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Lost Horizon


Erscheinungsdatum: 12.08.2010

Entwickler: Animation Arts
Publisher: Deep Silver (Koch Media)

 

Spielsprache und Handbuch getestete Version: deutsch

USK: ab 12 Jahren
PEGI: 16


Boxshots

 

 

Ein Review von  Sherlock   12. November 2010

 

Da war ich doch schon sehr überrascht... Da freut man sich schon auf einen weiteren tollen Geheimakte-Teil der Entwickler von Animation Arts und denkt, das dauert ja noch ewig bis dahin. Und dann höre ich zum ersten Mal etwa 3 Wochen vor Erscheinen von Lost Horizon, dass eben dieses Adventure schon in Kürze auf den Markt kommt. Nachdem ich dann die Demo-Version angespielt hatte, stand fest, dass ich mir auch die Vollversion kaufen werde. Ein Adventure von den Geheimakte-Machern und das noch dazu mitten im Sommerloch. Ein geschickter Schachzug von Deep Silver. Aber ob sich der Kauf wirklich lohnt? Einfach weiterlesen!

 

Story

1936: Die Nazis sind auf der ganzen Welt auf dem Vormarsch. Doch der Führer ist noch an mehr als nur der Weltherrschaft interessiert. Hitlers Schergen sind überall auf der Suche nach sagenumwobenen okkulten Waffen, die die Welt aus den Angeln heben könnten. Fenton Paddock, ein unehrenhaft aus dem Dienst der königlichen britischen Armee entlassener Frachtpilot wird erneut von eben dieser Armee angeheuert, um seinen im Himalaya verschollenen Freund Richard zu finden. Nicht ahnend, in welches gefährliches Abenteuer er sich stürzt und mit welchen ernstzunehmenden Gegnern er sich damit anlegt, begibt sich Fenton auf seine lange Reise rund um die Welt. Wird er es schaffen, die Nazis aufzuhalten und seinen Freund zu retten?

 

Installation

Die Installation funktioniert unter Windows 7 absolut fehlerfrei. Allerdings sollte, falls erforderlich, vorher die Demoversion von der Festplatte entfernt werden. Ich hatte keine Möglichkeit, die Vollversion zu starten, solange die Demoversion noch installiert war.

In Deutschland ist das Spiel auf einer DVD (witzigerweise im nostalgischen Schallplatten-Stil) im aufklappbaren Pappkarton mit ausführlichem Handbuch erschienen. Ebenso ist ein doppelseitiges Din A3 Poster enthalten, dass das Lost-Horizon Cover auf der einen und das Geheimakte-Traumpaar Nina und Max auf der anderen Seite in einer Titanic-Szene zeigt. Das Handbuch enthält auch eine Spielhilfe für die ersten zwei Kapitel, die meines Erachtens jedoch nicht benötigt wird.

 

Menüs

Im Hauptmenü hat man einen fantastischen Blick auf ein Deutsches Theater. Die Schaufenster, in denen normalerweise die Plakate hängen, fungieren hier als Schaltflächen für die einzelnen Menüpunkte, wie „Spiel starten", „Spiel laden" oder „Optionen". Alles recht übersichtlich gehalten, aber keinesfalls ein lieblos dargestelltes Hauptmenü. Durch vorbeigehende Passanten wird selbst dem Hauptmenü etwas Leben eingehaucht.

 

Steuerung

Dieses 3rd Person Adventure lasst sich ausnahmslos mit der Maus steuern. Mit einem Doppelklick lässt man den entsprechenden Charakter zur ausgewählten Stelle rennen. Bei Doppelklick auf einen Ausgang gelangt man so auch schneller zum nächsten Screen. An sich ist die Steuerung selbsterklärend und innerhalb weniger Augenblicke dürfte sich jeder daran gewöhnt haben.

 

Hotspots/Inventar/Dialoge

Dank der In-Game-Hilfe lassen sich alle Hotspots und Ausgänge auf einen Klick einblenden. Allerdings kommt man auch sehr schnell in Versuchung, diesen Button anzuklicken und nicht wie bisher die Orte zu erkunden. Ansonsten muss man auch nicht allzu lange nach Hotspots suchen. Die gibt’s zur Genüge. Schön ist auch, dass Fenton oder die anderen Charakter mit vielen Objekte interagieren können, ohne dass dies zur eigentlichen Handlung gehört.

In der normalen 4:3 Auflösung des Bildschirms ist das Inventar dauerhaft am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Sollte jemand im Breitbild-Format spielen, so erscheint das Inventar, wenn der Cursor an den unteren Bildschirmrand geführt wird. Die Inventar-Objekte werden durch Symbole dargestellt.

Die Dialoge sind entgegen der Symbole in den Geheimakte-Spielen hier in Schriftform im Multiple-Choice-System dargestellt. Keine Angst: Es ist kein sehr dialoglastiges Adventure, das man hier vor sich hat.

 

Rätsel

Die Rätselkost ist als sehr einfach einzustufen. Wer tatsächlich mal nicht weiterkommt, dem hilft entweder die bereits angesprochene In-Game-Hotspot-Hilfe oder das neu integrierte Hilfesystem, das die für das Weiterkommen wichtigen Informationen noch einmal zusammenfasst bzw. Hinweise zur Problemlösung gibt. Ich selbst konnte flüssig durchspielen ohne die Hilfefunktion in Anspruch nehmen zu müssen. Für die Review hatte ich diese allerdings auch mal ausprobiert. Ich muss sagen, dass in diesem speziellen Fall keine Hilfestellung erfolgte, sondern nur zusammengefasst wurde, was man sowieso schon wusste. Keine wirkliche Hilfe also.

Ich denke, sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene Adventure-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Dieses Spiel eignet sich perfekt, unentschlossene Gelegenheits-Adventurer anzufüttern und die mitreißende Story dürfte Genre-Profis, die sich durch die Rätselkost eher unterfordert fühlen werden, besonders gefallen.

Es sind mehrere Charaktere spielbar. Das Potential, das diese Möglichkeit mit sich bringt, wurde aber verschossen. So gibt es nur wenige Gelegenheiten, wo zwei spielbare Charaktere miteinander arbeiten müssen, um aus der einen oder anderen Situation zu entkommen, auch wenn dies gerade am Schluss kräftig zum Tragen kommt.

In den meisten Fällen kommt es nur auf die richtige Kombination von Objekten an. Ansonsten wären da noch ein paar wenige Dialogrätsel zu nennen. Nichts besonders anspruchsvolles. Allerdings erwartet uns am Ende noch ein toller Kampf, den wir interaktiv mitgestalten können. Da hier aber absolut „Game Over"-freie Zone ist, verläuft der Ausgang stets gleich. Wichtig ist noch zu nennen, dass es mehrere Lösungsmöglichkeiten für verschiedene Situationen gibt. Dies erhöht den Wiederspielwert erheblich!

Nach dem ersten Durchspielen wird im Hauptmenü ein Bonuspaket freigeschaltet. Dieses beinhaltet die spielbare Version des ersten Entwurfs, der Deep Silver vorgelegt wurde. Zudem lässt sich der finale Kampf auf mehrere verschiedene Arten nochmals erleben. Für diesen Kampf gab es eine extra ausgearbeitete Choreografie. Ein auf jeden Fall sehens- und spielenswerter Bonus!

 

Grafik/Sound

Im Vergleich zur Previewversion ist grafisch nochmal einiges passiert. Viele Hintergründe wurden animiert. Die ganze Optik ist sehr ansprechend. Ich hätte mir aber noch etwas mehr Publikumsverkehr gewünscht. Vielleicht hängen die menschenleeren Straßen Berlins aber auch mit der Tatsache zusammen, dass zu dieser Zeit auch die Olympischen Spiele stattfinden. Vielleicht sind alle Bürger der Stadt ja dort. Unerklärbar ist dann aber der nahezu menschenleere Marktplatz im Orient.

Die Entwickler haben sich sehr viel Mühe gegeben und mit Liebe zum Detail gearbeitet. Gerade die Gesichtsanimationen in den Nahaufnahmen hätten aber noch etwas bsser ausgearbeitet werden können.

Der Soundtrack ist einfach großartig. Man möchte meinen, man befände sich im Kino. Auch viele bekannte Synchronsprecher leihen den Charakteren hier ihre Stimmen. Wir erkennen deutlich die deutschen Stimmen von Dustin Hoffmann (Joachim Kerzel), Charlize Theron (Kathrin Simon) und der Weasley-Zwillinge James und Oliver Phelps (Stefan Günther) wieder. Dies verstärkte den Kino-Effekt noch weiter.

 

Fazit

Leider merkt man dem Spiel deutlich an, dass es einer vergangenen Epoche von Adventures hinterherhinkt. Hinter jeder Ecke könnte man vermuten, dass jeden Moment „Indiana Jones" seine Peitsche schwingt. Lost Horizon versteht sich selbst nicht als Fortsetzung der alten Abenteuer-Spiele, bringt aber auch keine Innovationen mit sich.

Die Story ist durchweg spannend und man muss sich wahrlich zwingen, aufzuhören, damit man nicht alles in einem Rutsch durchspielt. Lost Horizon ist wirklich kurzweilig und weiß selbst erfahrene Genre-Fans 15 - 20 Stunden zu fesseln. Profis werden sich eher an einen interaktiven Film erinnert fühlen. Allerdings ist es auch mal erbaulich, nicht alle paar Meter in einer Sackgasse zu hängen.

Sehr gefallen hat mir der Bezug zur Realität mit den olympischen Spielen 1936 in Berlin und den damit verbundenen Wettkämpfen (Namen der Teilnehmer wurden nur leicht verändert). Zudem wurde mit Hanna von Hagenhild ein hassenswerter böser Charakter eingebunden.

Die Rätselkost ist wesentlich zu einfach und machte für mein Empfinden noch einmal einen Schritt hinter Geheimakte 2 zurück. Dennoch konnte mich die ganze Atmosphäre durchweg fesseln. Hier liegt ein absolut solides Produkt vor, das zu unterhalten weiß. Das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmt.

Etwas mehr wäre drin gewesen. Fenton Paddock ist mal wieder ein sympathischer Held, mit dem ich gern mehr erleben möchte. Jetzt steht für 2012 erstmal Geheimakte 3 in den Startlöchern. Ich hoffe, dass es ein Wiedersehen mit Fenton und Kim gibt. Wenn dann noch alles stimmt, dürfte Lost Horizon 2 ein absoluter Knüller werden!

Hierfür vergebe ich aber erstmal eine

 

Gesamtwertung von 88%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows XP/ VISTA/ Windows 7
  • 2 Ghz-Prozessor
  • 512 MB RAM
  • DirectX 9-kompatible AGP oder PCI Express Grafikkarte mit mind. 64 MB RAM
  • DirectX 9.0 kompatible Soundkarte
  • 4,5 GB freier Festplattenspeicher

 

Getestet auf:

  • Windows 7 (64-Bit-Version)
  • 3,2 GHz Intel Core i5 Prozessor
  • 8 GB RAM
  • NVidia Geforce GT 220 mit 4 GB RAM
  • DirectX 10 kompatible Soundkarte

 

 

Copyright © sherlock für Adventure-Archiv, 12. November 2010

 

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Das Hauptmenü - verkleidet als Lichtspielhaus
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Per Klick auf die Lupe lassen sich alle Hotspots einblenden
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Die Karte von Hongkong - für bequemes und schnelles Reisen
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Die Triaden sind mal wieder hinter Fenton her
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Ein kleines Puzzle für zwischendurch
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Der Zugang zum Kloster total vermint - wie kommen wir da nur rein?
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Der typische Orient-Marktplatz - aber wo sind die Leute hin?
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Das Olympiastadion zu Berlin
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Der Pariser Platz am Brandenburger Tor - hat sich zu heute leicht verändert
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Ein Labyrinth á la Indiana Jones
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Und auch das Schloss erinnert ein wenig an des Peitschenschwingers letzten Kreuzzug
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Das finale Duell zwischen Kim und Hanna von Hagenhild

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