Little Big Adventure 2

Adventure für Einsteiger und Fortgeschrittene

Für alle großen und kleinen Adventure-Freunde geht das Abenteuer weiter: Quetsch-Star Twinsen kehrt zurück, um wieder einmal die Welt zu retten.


Kaum setzt der nervtötende Regen aus,
landen diese putzigen Außerirdischen.


Wie schon im ersten Teil läßt sich
Twinsens »Stimmung« zwischen
vier Modi umstellen.

Friede ist auf dem Planeten Twinsun eingekehrt, nachdem Twinsen den bösen Dr. FunFrock bezwungen hat. Unser Held Läßt sich mit seiner Freundin Zoe in einem schnuckeligen Eigenheim nieder, die beiden erwarten Nachwuchs.

Sogar ein Denkmal errichteten die glücklichen Quetsch dem heldenhaften Paar. Soweit scheint alles in bester Ordnung zu sein, wenn da nicht dieses schreckliche Unwetter wäre. SeitTagen hängen dichte Wolken über Twinsens Insel, und nichts deutet darauf hin, daß sie sich in naher Zukunft wieder verziehen werden. Zu allem Unglück läßt sich auch noch sein tollpatschiger Flugdrache Dinofly vom Blitz treffen. Wer kümmert sich nun um ihn und besorgt eine Medizin? Und wer unternimmt etwas gegen das schreckliche bedrohliche Wetter? Wenn das mal nicht nach einer intensiven Zusammenarbeit von Volksheld Twinsen mit einem freundlichen Computerspieler schreit.


Twinsen hat den Leuchtturm geöffnet:
Endlich kann sich der Wettermagier
um die Sturmfront kümmern.

Gemeinsam durchstreifen Sie beide also die gerenderte Polygonenwelt, lösen Rätsel und unterhalten sich mit mehr oder weniger zuvorkommenden Zeitgenossen. Die weitere Geschichte entfaltet sich vor Ihnen, während Sie das Spiel fortsetzen. Ist erstmal die dichte Regenfront beseitigt, landen unbekannte Flugobjekte auf ganz Twinsun. Deren außerirdische Piloten vom Planeten Zeelich scheinen mit den besten Absichten gekommen zu sein, und zwar dem Verlangen nach Austausch von Wissen. Stück für Stück stellt sich heraus, daß die mysteriösen Aliens ganz andere Dinge im Schilde führen. Alles fängt damit an, daß die Magier vom Planeten Twinsun verschwinden ...


Gleich geblieben gegenüber
dem ersten Teil ist auch das
umfangreiche Inventory.

Auf Zeelich, dem Planeten der Aliens,
verfolgt ein laufendes Würstchen mit
eigenem Partyspieß Twinsen.

Als Spieler erhalten Sie diese Informationen nur nach und nach, während Sie über die Inseln von Twinsun streifen und nach einem Medikament für Ihren Freund Dinofly suchen. Die gesamte Umgebung entpuppt sich hierbei als völlig dreidimensional. Anders als beim Vorgänger wird nur das Innere von Gebäuden aus der bekannten isometrischen Vogelperspektive abgebildet. Die restlichen Schauplätze betrachten Sie wie in »Alone in the Dark« aus dem Blickwinkel einer imaginären Kamera, die von Szene zu Szene umschwenkt. Sollte der Protagonist hierbei von einem Gebäude oder ähnlichem verdeckt werden, hilft die Enter-Taste weiter. Diese zentriert den Bildschirmausschnitt auf Twinsen. Somit bleibt das Spielgeschehen in jedem Fall übersichtlich.

Wie aus dem ersten Teil bekannt, besitzt Ihr Held neben einem reichhaltigen Inventar vier verschiedene Stimmungszustände. In seiner normalen Laune schlendert er ruhig durch die Landschaft, benutzt Gegenstände und unterhält sich mit seinen Mitbürgern. In sportlicher Fitneß ftitzt er über Stock und Stein und springt über unwegsames Gelände. Die dritte, aggressive Stimmung dient dem Aufreiben unfreundlicher Wesen aller Art. Mit Schlägen und Tritten weiß Twinsen sich zur Wehr zu setzen. In der vierten und letzten Einstellung durchquert er die Welt auf leisen Sohlen, immer vorsichtig, damit ihn bloß niemand entdeckt. Von letzterer Eigenschaft muß er gleich zu Beginn Gebrauch machen: Da stiehlt doch so ein frecher Kerl einer armen alten Dame den Regenschirm. So ein Verhalten kann Twinsen natürlich nicht ungestraft lassen. Hetzt er den Übeltäter wie von Sinnen über den Marktplatz, hat er wenig Erfolg. Schleicht er sich jedoch heimlich von hinten an den unverschämten Verbrecher heran, bekommt der einen ordentlichen Schreck und gibt das Diebesgut freiwillig an die Lady wieder zurück.


Gleich geblieben gegenüber dem ersten
Teil ist auch das umfangreiche Inventory

Wie dieses Beispiel sind auch die übrigen Rätsel, was deren Schwierigkeitsgrad angeht, sehr ausgewogen. Nicht zu schwer und nicht zu leicht, schaffen sie langanhaltende Motivation. Zuträglich ist hier auch die Tatsache, daß sich die einzelnen Aufgaben deutlich von ihrer Art unterscheiden. Einmal benutzen Sie in bekannter Adventure-Manier einen Gegenstand mit dem anderen, das nächste Mal verschieben Sie ähnlich dem ersten Teil Kisten á la »Sokoban«. An anderer Stelle wiederum müssen Sie mit Twinsen Jump-and-Run-Einlagen überstehen. Angenehm fällt zudem die Tatsache auf, daß sich manches Problem auf verschiedene Arten aus der Welt schaffen läßt.

In einer Situation wollen Sie zum Beispiel ein zurückgelegtes Paket abholen. Der Faule übergibt diese Arbeit einfach gegen eine saftige Bezahlung an einen Bediensteten. Der Geizige knobelt, und zerrt das schwere Stück per Hand durch die verwinkelten Gänge und über die laufenden Fließbänder des Postamtes. Ebenso dürfen Sie sich in den meisten Fällen überlegen, ob Sie Ihre Gegner lieber mit kaltblütigen Schlägen und Tritten ins Jenseits befördern oder sie einfach mit einem schnellen Sprint umrunden wollen. Entscheiden Sie sich für die erste Variante, stehen Ihnen zusätzlich einige Fernkampfwaffen zur Verfügung, unter anderem Wurfpfeile, ein Schnellschuß-Blasrohr und der altbewährte magische Ball. Letzterer verringert bei jedem Wurf Twinsens Zauberkraft. Während Sie seine Lebensenergie mit kleinen Herzen auffrischen, regeneriert sich seine Zauberfähigkeit durch blaue Phiolen. Beides ist entweder in Geschäften gegen Bares erhältlich oder schlummert in Truhen und Schränken.


Als Raumschiffpilot eignet sich Volksheld
Twinsen nachweislich nicht.

Wer an der Schießbude die 2 Entchen
zerlegt, bekommt einen Geldbonus.

Der schnöde Mammon selbst findet sich ebenfalls überall im Spiel verstreut. Teilweise entdeckt Twinsen, komisch genug, sogar Münzen in Blumenkübeln und Mülleimern. Mit seinem Ersparten, egal letztendlich, woher er es haben mag, frischt er nicht nur seine Energie auf. Immer wieder benötigt der junge Quetsch die Silberlinge, um im Spiel voranzukommen. Im Verlauf der Geschichte will Twinsen beispielsweise unbedingt Mitglied der Magierschule werden, doch diese nimmt neue Schüler nicht aus lauter Nächstenliebe auf. Der Akademieleiter will zuerst den Rubel rollen sehen. Auch die Fähre, die Twinsen zu Anfang zwischen den Inseln hin und her bringt, kostet eine ganze Stange Geld.


Ein gewagter Sprung mit dem Buggie bringt
Twinsen dem Magierdiplom näher.

Glücklicherweise bleibt diese nicht das einzige Verkehrsmittel. Ist erst einmal der Dinofly geheilt, nimmt er seinen Dienst auf und fliegt Ihren Protagonisten an jeden beliebigen Ort. Außerdem wartet ein kleines Auto auf Sie, mit dem Twinsen über die Wüsteninsel und von einem Schauplatz zum nächsten fegt. Später steigt er sogar an Bord eines der unbekannten Flugobjekte, um sich auf den Weg zum Planeten Zeelich zu machen — der Heimat der Außerirdischen.

IM VERGLEICH LBA2 LBA ECSTATICA 2
Präsentation Sehr gut Sehr gut Sehr gut
Spieltiefe Sehr gut Gut Gut
Ausstattung Durchschnitt Durchschnitt Durchschnitt
Komfort Gut Schlecht Schlecht
Multiplayer nicht vorh. nicht vorh. nicht vorh.
Der erste Teil von Little Big Adventure hatte nur einen, dafür aber entscheidenden Nachteil. Es gab lediglich einenSpieIstand, der außerdem automatisch beim Verlassen einer zene gespeichert wurde. Und das, obwohl das Gegneraufkommen eine viel umfassendere Load/Save-Funktion nahegelegt hätte. Der zweite Teil ist hier klar überlegen. Zwar existiert immer noch das alte Autosave, zusätztlich darf jedoch eine beliebige Anzahl Spielstände mit Namen und Bildausschnitt gespeichert werden. Das gestaltet das Spiel wesentlich streßfreier und erhöht somit den Spaß beträchtlich. Ferner heben sich beide Teile positiv von Ecstatica 2 ab. Sie verfügen zum einen über ein Inventory, was man in Ecstatica vergeblich sucht. Zum anderen sind LBA 1 und 2 weniger action-orientiert und legen den Akzent eher auf die Adventure-Einlagen.

Damit Ihnen bei diesem weiten Betätigungsfeld die Ubersicht nicht verlorengeht, ist eine Automap vorhanden. Diese zeichnet die Plätze auf, an denen Twinsen noch dringend etwas zu erledigen hat. Es handelt sich jedoch nicht um eine Form von eingebauter Komplettlösung. Vielmehr vermerkt sie nur die zu besuchenden Orte selbst, denn was Twinsen dort zu schaffen hat, müssen Sie schon selbst herausfinden. Verlieren Sie im Laufe des Abenteuers den roten Faden, hält die praktische Karte einen neuen inklusive Nadel bereit. Zu guter Letzt etwas, das gerade die Spieler des ersten Teils von »Little Big Adventure« erfreuen wird: Sie dürfen an jeder beliebigen Stelle speichern, und das, so oft Sie wollen. (vs)

ROLAND AUSTINAT

Vive Ia France! Seit den Tagen des seligen Alone in the Dark hat mir ein Spiel aus Frankreich nicht mehr soviel Spaß gemacht. Wenn Twinsen mit Zauberkostüm und Bart durchs Gelände stapft oder mit einem Raketenrucksack in Richtung Zeelich unterwegs ist, merkt man, wie viele Gedanken und Mühe sich die Designer von Adeline gemacht haben. Die Mini-Aufgaben mit ihren mehreren Lösungswegen motivieren ungemein, dazu wird ja auf diese Weise die Hintergrundgeschichte weitererzählt.

Die knuddeligen Zwischensequenzen sind die Schlagsahne auf der Erdbeertorte — da ist es halbwegs zu verschmerzen, daß unser Held in allzu dichtem Kampfgetümmel schon mal den Kürzeren zieht. Aber dafür gibt es ja die Speicherfunktion. Im Vorgänger arbeiteten sie noch äußerst schludrig, und so war ich erst erschrocken, in LBA 2 eine weitere Autosave-Funktion zu sehen. Doch kurz darauf Jubel: Ich darf auch selbst den Spielstand speichern und laden, wann und so oft ich will. Wenn Sie nur einen Funken Spaß an Action-Adventures mit herziger Grafik und stimmungsvoller Musik haben, kann ich Ihnen Twinsens neue Abenteuer wärmstens empfehlen.

VOLKER SCHUTZ

So etwas ist mir schon lange nicht mehr untergekommen: ein Spiel, von dem ich auch nach meiner Arbeitszeit nicht ablassen kann. Die Charaktere wie der heroische Twinsen, seine putzigen Bekannten oder die fiesen Außerirdischen vom Planeten Zeelich sehen einfach zu niedlich aus. Außerdem sind sie absolut sauber und flüssig animiert. Es macht richtig Spaß, sie über den Bildschirm wuseln zu sehen. Das Vermischen von Adventure, Denkspiel und Jump-and-Run gefällt mir persönlich sehr gut. Langeweile bleibt ein Fremdwort.

Doch gibt es nicht nur positive Seiten zu vermerken. Die Steuerung ist zum Beispiel nicht exakt genug, um einen Zweikampf ohne abfallende Lebensenergie und ansteigenden Frust zu bestehen. Glücklicherweise hält sich die Anzahl der gewaltsamen Auseinandersetzungen in Grenzen. Ebenfalls negativ: Einmal ausgeschaltete Zeitgenossen tauchen einfach wieder auf, wenn ich einen Raume zum zweiten Mal betrete. Schnell sieht man jedoch auch den Nutzen dieses Effektes: Geld, Lebensenergie und Zaubertränke wachsen ebenfalls nach.

Hersteller: Electronic Arts
Betriebssystem: MS-DOS & Windows 95
Anzahl der Spieler: Einer

  • Präsentation Sehr gut
  • Spieltiefe: Sehr gut
  • Ausstattung: Durchschnitt
  • Komfort: Gut

Empfohlene Hardware: Pentium/90, 16 MByte RAM

Sprache: Deutsch

Übersetzung: Durchschnitt

PC PLAYER Wertung 5 von 5 Sternen

 

PC Player 9/97

 

Adventure-Archiv 17-05-02

 

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