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Lemony Snicket -
Rätselhafte Ereignisse 


Erscheinungsdatum deutsche Version: Januar 2005
Entwickler: Amaze Entertainment
Publisher: Activision
Spielsprache: Deutsch

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Boxshots

USK: geeignet ab 6 Jahren

 

Ein Review von   André   26. Mai 2005

 

Lemony Snicket ist bei der altehrwürdigen Firma Activision erschienen. Activision veröffentlichte Anfang der 80er für die Atari-Konsole das legendäre Jump-and-Run "Pitfall". Man konnte damals wie die Bezeichnung schon sagt hüpfen und rennen, aber auch Gegenstände einsammeln.

Wenn ich mir dazu im Vergleich jetzt Lemony Snicket ansehe, merke ich, dass sich seither am Spielprinzip gar nicht so viel geändert hat. Genau genommen ist "Rätselhafte Ereignisse" nichts anderes als ein Jump-and-Run oder auch Action-Adventure, bei dem man hüpfen, ballern, suchen und ein paar Aufgaben lösen muss, so dass man schon beide Augen zudrücken muss, um dem Spiel im Adventure-Archiv einen Platz einzuräumen.



Handlung

Vorab möchte ich noch erwähnen, dass es sich um die "Versoftung" eines Films handelt. Jetzt geht's aber los - und zwar am Strand. Quasi in einer kleinen Einführung lernen wir dort die Steuerung kennen, indem wir die ersten kleinen Aufgaben erledigen müssen und werden nebenbei auch mit den Eigenarten der einzelnen Charaktere vertraut gemacht. Ist dieses geschehen, erscheint irgendwann ein Mensch, der uns erzählt, dass unsere Eltern tot sind und wir fortan in der Villa unseres Onkels Graf Olaf wohnen.

Dieser möchte aber nur das Geld der Baudelaire-Sippe und trachtet nach dem Leben der weisen Waisen. Ihm zur dunklen Seite stehen noch Unsympathen wie die hübschen, aber völlig nervigen Frauen mit den schlohweißen Gesichtern oder der Kahlköpfige. Aber auch andere nichthumanoide Untermieter wie Ratten, Schlangen und Moskitos machen den Dreien das Leben zur Hölle.


Rätsel/Action

"Rätselhafte Ereignisse" sollte man, wie gesagt, nicht unbedingt als Adventure im klassischen Sinne sehen. Vielmehr gibt es eher Aufgaben zu bewältigen. Wir müssen z.B. in der alten Villa einen Weg zu einem anderen Raum oder einen neuen Gegenstand finden und stoßen dabei auf Hindernisse. Wir werden beispielsweise von ein paar Ratten attackiert und müssen uns wehren. Einen Raum weiter balancieren wir über ein paar Bretter, hüpfen über einen Abgrund oder stoßen auf eine versteckte Tür. Außerdem müssen wir jede Menge Schalter und Gegenstände finden. So sammeln wir auch ein paar Boni ein und nach und nach bekommen wir auch verschiedene Ausrüstungsgegenstände, die wir aber meistens automatisch benutzen. Mit der Zeit werden die Aufgaben umfassender und es gibt auch einige Rätsel wenn wir z.B. aus auf vier im Raum verteilten Gemälden befindlichen Buchstaben ein Wort bilden müssen. Es gibt auch Rätsel, die wir unter Zeitdruck zu lösen haben. So müssen wir etwa schnell ein paar Weichen umstellen, um nicht von einem Zug erfasst zu werden.

Der Schwierigkeitsgrad der Action steigt parallel stetig von anfangs einfach
bis ziemlich heftig an - zumindest habe ich das als Gelegenheits-Actionspieler so empfunden. Besonders die zwischendurch immer wieder und häufig auftauchenden "Endgegner" haben es hinterher ordentlich in sich und Misserfolge werden mit Ladezeiten bestraft, die an
Playstation-Zeiten erinnern.

Wir spielen dabei abwechselnd die drei Charaktere und hier wurde ein bisschen Potential verschenkt. Denn anstatt dass wir selber herausfinden müssen, wer welche Aufgabe erledigen muss, bekommen wir den jeweiligen Charakter automatisch zugewiesen.

Dabei haben die drei Kinder unterschiedliche Fähigkeiten. Violet bastelt Mac Gyver-like aus Gegenständen, die wir im Haus suchen müssen, schnell ein paar für die Situation nützliche Erfindungen. Klaus ist der Belesene und gut im Lösen von Rätseln und das Baby Sunny kriecht durch kleine Durchgänge. Zudem ist es seine Spezialität, Dinge durchzubeißen.

Wenn wir eine Aufgabe geschafft haben, werden wir oft automatisch durch eine kleine Sequenz, und/oder einem Dialog zwischen den Kindern weitergeleitet. Überhaupt können wir untereinander nicht selbstständig interagieren und ein Inventar für Gegenstände gibt es nicht, nur eines für Waffen. Sunny bastelt ihre Erfindungen beispielsweise ohne unser Zutun zusammen.



Steuerung

Die Steuerung ist wie so oft bei PC-Actionspielen eher ein Debakel. Es gibt eine kombinierte Maus-Tastatursteuerung, wobei ich grundsätzlich nicht verstehe, warum nicht optional noch eine Steuerung fürs Gamepad (oder einen Joystick) angeboten wurde, denn so ein Spiel wäre generell prädestiniert für ein Pad.

Dass wir mit zwei Eingabegeräten gleichzeitig rumhampeln müssen, wirkt
anfangs noch recht einfach und praktisch. Aber genau das erweist sich im Laufe des Spiels als ziemliches Manko, wenn wir uns mal wieder bei Angriffen verteidigen sollen und mit der Tastatur unsere Figur steuern und gleichzeitig mausgesteuert mit einer Waffe auf einen Gegner zielen sollen. An dieser Stelle hätte ich mir spätestens eine dritte Hand gewünscht, wenn ich nebenbei auch noch mit den Tasten W, S, A, D seitlich laufen soll, um Angriffen auszuweichen. Vielleicht kommen versierte Tastaturspieler besser zurecht.

Bis zum Schluss des Spiels habe ich nicht verstanden, wie ich eine einmal gewählte Waffe wieder wegstecken soll und warum man grundsätzlich immer zweimal ins Inventar gehen musste, um eine Waffe auszusuchen. Denn wenn ich die entsprechende Waffe nur einmal ausgewählt hatte, befand sie sich einfach nicht in der Hand. Wenn man dann genau deshalb hilflos und unbewaffnet vor einem Gegner steht, ist das schon sehr ärgerlich.



Grafik

Die Grafik erinnert vom Stil her ziemlich an die Harry Potter-Spiele. Die
dreidimensionalen Räume sind nicht so detailreich wie in einem normalen
Adventure ausgestattet. Schließlich wollen wir beim Rennen, Hüpfen oder
Kämpfen ja nicht ständig über allen möglichen Plunder stolpern. Aber die
Grafik wirkt dennoch sehr solide und zudem ist das Areal, in dem wir uns
ständig weiterbewegen, riesig groß und so mangelt es gewiss nicht an
Abwechslung. Neben der vergleichsweise kurzen Einführung am Strand ist
dieses halt hauptsächlich die Villa, in der wir uns aufhalten, mit ihren
scheinbar nie enden wollenden Gängen und Räumen. Wir behalten dabei immer schön im Hinterkopf, dass es sich um ein Fantasyspiel handelt, wenn wir mittendrin plötzlich in einer riesigen Maschinenhalle stehen.



Fazit

Lemony Snicket ist eher ein Jump-and-Run mit Adventureelementen als
umgekehrt und damit im Archiv beinahe schon ein wenig deplaziert. Optisch und vom Spielprinzip ähnelt es sehr den Harry Potter-Spielen. Der anfangs sehr einfache Schwierigkeitsgrad der Action steigt stetig an und hinterher braucht man schon ein geschicktes Händchen und Geduld, um die Endgegner zu besiegen. Dabei empfand ich die kombinierte Maus/Tastatursteuerung als nicht unbedingt hilfreich.

Die Grafik ist sehr solide und es macht Spaß, die Villa mit ihren
Geheimräumen- und Gängen zu erkunden. Daher ist Lemony Snicket dennoch ziemlich unterhaltsam und für Spieler, die vor Action nicht zurückschrecken, eine kurzweilige Alternative für Zwischendurch.

Gesamtwertung: 72%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen PC:

  • Windows 98/2000/XP
  • Pentium III 600 MHz oder Athlon mit 800 MHz +
  • 100% DirectX-9.0b-kompatible 3D 32 MB Beschleunigerkarte
  • 128 MB RAM
  • 4x CDROM-Laufwerk
  • 738 MB freier Platz auf der Festplatte + 260 MB für Savegames und Auslagerungsdatei
  • 16-bit DirectX-kompatible Soundkarte
  • Maus, Tastatur und Treiber
  • unterstützt alle ATI Radeon, NVidea GeForce und TnT2 Chipsätze und Matrox Parhelia

Gespielt unter:

  • Win XP
  • AMD Athlon XP 1800
  • 256 MB RAM
  • Grafikkarte Radeon 9200 Series
  • DVD-Laufwerk
  • Festplatte 60 GB

 


snicket2.jpg (18249 Byte)

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



Mehr Screenshots






 

 

 

 

 

 

Copyright © André für Adventure-Archiv, 26. Mai 2005

 

 

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