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Loch Ness 


Erscheinungsdatum: 11/2001
Entwickler: Galilea
Publisher: Wanadoo Edition
Homepage: http://www.galilea.com/Sitecom/prod/lochness.html
Boxshots
Download Trailer 1,5 MB
Preview deutsch
Preview englisch
Lösung deutsch

 

Ein Review von slydos   04. Dezember 2001

Wanadoo Edition und das Entwicklerstudio Galilea entführen uns mit diesem Adventure an das winterliche Loch Ness, den uns durch das touristenwirksame Seeungeheuer "Nessie" bekannten größten britischen See im schottischen Hochland. Wir befinden uns im Jahr 1934.

Am Ufer des Loch Ness lebt die Familie McFarley in Devil's Ridge Manor, einem typischen schottischen Landsitz, dem man schon von außen mindestens ein Hausgespenst zutraut.

Devil's Ridge Manor
Devil's Ridge Manor


Das Hauptmenü
Das Hauptmenü
Aber zunächst erfahren wir durch den Eingangsfilm, daß uns hier eine Geschichte erzählt wird, die sich bereits zugetragen hat und wie es scheint, ein glückliches Ende genommen hat - zumindest für unseren Hauptdarsteller, einen Privatdetektiv aus Chicago mit Namen Alan Parker Cameron. Cameron hat schottische Wurzeln, ein rothaariger, bodenständiger Typ, von großem Selbstvertrauen, den nichts so leicht aus der Ruhe bringen kann.

Ein Telegramm von Alistair Mac Farley, einem Freund der Familie, ruft Cameron nach Schottland um geheimnisvolle Geschehnisse in Devil's Ridge Manor aufzuklären. Warum Mac Farley gerade Alan Cameron zur Hilfe ruft und was das mysteriöse ererbte Juwel damit zu tun hat ... wir werden es im Laufe der Geschichte erfahren.

Wir Spieler treten in das Spielgeschehen ein, nachdem Cameron das Haus der Mac Farleys erreicht hat und von einem geheimnisvoll aussehenden indischen Diener der Hausherrin, Lady Ursula, vorgestellt wurde. Lady Ursula Mac Farley wirkt äußerst verstört und scheint wirres Zeug über eine Entführung ihres Mannes zu stammeln. Kann man ihr glauben? Nun, unser Held ist Detektiv und geht der Sache nach ...

Installation

Das Spiel erreicht uns auf zwei CDs und kann problemlos installiert werden. Knapp 12 MB werden auf der Festplatte benötigt, sonst wird von der eingelegten CD gespielt. Bei wiederholtem Start kann das Eingangsvideo durch die Leertaste abgebrochen werden, wie übrigens auch alle anderen Videos und man gelangt direkt in das übersichtliche Hauptmenü. Sind wir im Spiel weiter fortgeschritten, muß CD2 eingelegt werden. Es gibt sonst kein CD-Wechseln mehr, allerdings wird zum Start immer wieder CD1 verlangt, wie bei anderen Wanadoo-Spielen auch. Eine immer wieder bemängelte, lästige Eigenschaft, höchstens gemildert durch die geringen Ladezeiten.

Handling

Das Handling unterscheidet sich nicht sehr von den Vorgängerspielen von Index+: Dracula 1 und 2 und Necronomicon. Bis auf den Aufruf des Hauptmenüs durch die Escape-Taste und den Abbruch von Videosequenzen durch die Leertaste wird das Spiel ausschließlich mit der Maus gesteuert. Im dreidimensionalen Speicher-/Lademenü hat man 8 Speicherplätze zur Verfügung, die ein Bild des Spielstandes, das Datum und die Zeit beherbergen.

In 1st-Person-Perspektive können wir uns stufenlos fließend um 360 Grad drehen und nach oben oder unten schwenken. Genau wie in Dracula oder Necronomicon nimmt der Cursor die Punktform an, wenn keine Aktion ausgeführt werden kann oder zeigt als Pfeil die Richtung an, in die man sich fortbewegen kann. Weitere Cursorformen sind Hand, Zahnräder und Lupe. Wer noch nähere Erläuterungen zu diesen sprechenden Icons benötigt, bekommt hierzu in der bebilderten Anleitung eine genaue Beschreibung.

Alle Aktionen, wie Bewegen, Objekte aufheben usw. werden mit der linken Maustaste ausgelöst. Mit der rechten Maustaste öffnet man das bildschirmfüllende Inventar. Jedes Objekt wird beim Darüberfahren mit der Maus in einem Vergrößerungsfenster mit einer Textbeschreibung angezeigt. So muß man z. B. bei einem Schlüsselfund nicht lange suchen, wo er wohl passen könnte - die Beschreibung zeigt einem hier meist schon den Anwendungsbereich. Es gibt kombinierbare Objekte und Objekte, die mehrfach verwendet werden können. Sie verschwinden aus dem Inventar, wenn nicht mehr benötigt.

Unten rechts im Inventar gibt es drei weitere Icons für Camerons Notizbuch, seine Brieftasche und die Karte. Während man die Karte (mit der man sich schnell von Ort zu Ort bewegen kann) erst im Laufe des Spiels finden muß, sind die beiden anderen gleich verfügbar. Aufgenommene Schriftstücke werden automatisch in der Brieftasche gespeichert und können dort gelesen werden. Der Spieler muß sich also bei den meisten gelesenen Objekten keine eigenen Notizen machen, sondern kann hier immer wieder nachschlagen. Im Notizbuch nimmt Cameron ständig Einträge vor, die dem Spieler immer einen Hinweis geben, was als nächstes zu tun ist. Das entschärft den Schwierigkeitsgrad der Rätsel natürlich. Wer also selbst schlussfolgern möchte, der läßt das Notizbuch einfach geschlossen. Jedenfalls eine große Hilfe, wenn man einmal steckengeblieben ist.

Rätsel

Cameron muß sich genauestens umsehen und hauptsächlich Objekte finden und anwenden. Daneben muß er Apparate zusammenbauen und bedienen und den einen oder anderen codierten Öffnungsmechanismus entziffern. Dabei nimmt der Schwierigkeitsgrad im Laufe des Spiels zu und später müssen Rätsel auch unter Zeitdruck gelöst werden. Dabei kann unser Held auch den Tod finden und es ist sinnvoll, oft zu speichern, denn er gerät oft unerwartet in brenzlige Situationen. Es gibt kaum Rätsel, die sich aus Dialogen ergeben würden, da im Spiel auf Dialogauswahlen verzichtet wurde. Unterhaltungen laufen in Animationssequenzen automatisch ab und zeigen dem Spieler und Cameron die Richtung auf, in der weiterzuforschen ist.

Einige Rätsel erfordern einen guten Orientierungssinn, um sich in labyrinthartig gleich aussehender Umgebung zurechtfinden zu können. Hier sei empfohlen, selbst eine Karte der Umgebung anzulegen. Ich habe keines der Rätsel als unlogisch empfunden, da es immer mehr oder weniger versteckte Hinweise zur Lösung gab. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel variiert von sehr leicht bis mittelschwer - auch Genreeinsteiger sollten "Loch Ness" ohne Hilfe zu Ende bringen können.

Grafik

Wie schon bei den Vorgängern verzaubert die exzellente Grafik, die fließende Bewegungsfreiheit und die prachtvollen Animationssequenzen. Das Herumtappen in unbeleuchteten Gängen wird uns hier weitgehend erspart - die kalten, hellen Wintertage, knisterndes Kaminfeuer, unübersehbar traditionell ausgestattete Räume geben ein sehr echtes Bild ab. Eine große Zahl von sehr abwechslungsreich gestalteten Schauplätzen in und um Devil's Ridge Manor gilt es zu erkunden, wobei den Entwicklern wohl das echte Loch Ness mit seiner Schlossruine Urquhart als Vorbild gedient hat.

Leider sind die Schauplätze weitgehend unbelebt. Ganz selten trifft unser Held außerhalb der Animationssequenzen auf eine andere Person und man fragt sich wirklich, wo sie sich die ganze Zeit vesteckt halten. Diener, Hausmädchen, Bewohner bleiben verschwunden, wenn sie nicht gerade etwas besonderes zur Handlung beitragen müssen. Das macht die Geschichte wiederum unwirklich. Im ganzen Spiel hat man nur drei oder vier Kontakte mit anderen Personen außerhalb der Animationssequenzen, sonst bleibt alles geisterhaft leer. Mehr Dialoge und Kontakte mit anderen Charakteren hätte dem Spiel sicher mehr Tiefe und den Spielern mehr Hintergrundinformationen gegeben.

In den ausgezeichneten Videosequenzen können wir dann unseren Helden auch mal in der 3rd-Person-Perspektive bewundern. Der Kamerawinkel ändert sich hier, zeigt Großaufnahmen mit perfekter Lippensynchronität und guter Mimik und Gestik. Es gibt aufregende Kamerafahrten und Zooms. Besonders einfallsreich der Perspektivwechsel in die Figur der Lady Mac Farley zu Anfang, wobei wir ihre "verschwommene" Sicht der Dinge erleben können.

Sound/Musik/Sprache

Bis auf wenige schottische Dudelsackthemen wird auf Musik verzichtet. Geräusche sind sparsam aber immer passend gesetzt und unterstreichen Camerons Handlungen. Manchmal kommentiert er die Situation á la Philip Marlowe und es fehlt ihm nicht an trocken humoriger Betrachtungsweise: "Der Lady würde eine Kreuzfahrt wohl tun" oder "Hüte Dich vor den Frauen - und dem Whiskey". Dabei werden sowohl Cameron als auch die anderen Charaktere treffend und ausdrucksvoll gesprochen.

Story

Wir haben hier eine Geschichte vor uns, in der sich Legenden, mysteriöse Erscheinungen, alte Familiengeheimnisse, bahnbrechende Erfindungen und Intrigen mit einer Detektivstory der Dreißiger Jahre mischen. Durch immer wieder überraschende Wendungen und die Steigerung des Schwierigkeitsgrades wird schon ein großes Maß an Spannung geschaffen und erhalten. Wer möchte nicht erfahren, was es mit dem Ungeheuer von Loch Ness auf sich hat? Nun - vielleicht wird Cameron auch hinter dieses Geheimnis kommen.

Eine kurzweiliges und abwechslungsreiches Adventure, dessen Rätsel einem allerdings keine Höchstleistungen abverlangen. Die ausgezeichnete Grafik und das gute Handling sind Pluspunkte, die durch einen fehlerfreien technischen Ablauf abgerundet werden. Die durchschnittliche Spieldauer würde ich mit ca. 28 Stunden ansetzen, je nachdem, wieviel Orientierungsschwierigkeiten man bei einigen Rätseln hat (ohne Lösungshilfe).

"Loch Ness" ist um vieles besser als "Necronomicon" - Wanadoos letztes Mystery-Adventure - und hat für mich auch ganz leicht die Nase vorn vor Dracula 1 und 2.

 

Gesamtbewertung: 79%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95/98/ME/XP
  • Pentium 166 Mhz (200 Mz empfohlen)
  • 16 MB RAM (32 MB unter Windows 98)
  • Grafikkarte HighColor
  • 16bit Soundkarte
  • 16x CDROM-Laufwerk (24x empfohlen)
  • 12 MB Speicherplatz auf der Festplatte

Gespielt auf:

  • WindowsME
  • Pentium III 850
  • 128 MB RAM
  • Sound- und Grafikkarte DirectX-kompatibel
  • Toshiba DVD-ROM

 

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Alan Parker Cameron
Alan Parker Cameron

Hier kann man Spielstände speichern und laden
Hier kann man Spielstände speichern und laden

Lady Ursula ist verwirrt
Lady Ursula ist verwirrt

Das übersichtliche Inventar
Das übersichtliche Inventar

Die Räume des Landsitzes gilt es zu untersuchen
Die Räume des Landsitzes gilt es zu untersuchen

Die Karte findet man erst später
Die Karte findet man erst später

Nessie !!??
Nessie !!??

Camerons Notizbuch
Camerons Notizbuch

Geister heißen in Schottland Banshees
Geister heißen in Schottland Banshees

Was besprechen Moira und Mc Grabb?
Was besprechen Moira und Mc Grabb?

Auf dem Weg zu Mac Grabbs Distillerie
Auf dem Weg zu Mac Grabbs Distillerie

Häufiges Speichern kann hier helfen
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Ab und zu muß Alan sich auch körperlich betätigen
Ab und zu muß Alan sich auch körperlich betätigen

Eine zerfallene Kapelle
Eine zerfallene Kapelle

Was weiß der indische Diener?
Was weiß der indische Diener?

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Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 04. Dezember 2001

 

 

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