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Loophole - Nieder mit den Spaßdieben


Erscheinungsdatum: 09/2004
Entwickler: Hidden Dinosaur (nun Idol FX)
Publisher: Tivola


Spielsprache: Deutsch


Boxshots

USK: ohne Altersbeschränkung


 

Ein Review von   André   20. Dezember 2004




Zumindest einzigartig ist das hier vorliegende Spiel. Denn die Spielweise
eines Adventures trifft auf die Grafik von klassischen Rollenspielen oder
Jump & Runs für die Konsole. Das 3D-Adventure spielt in der dritten Person und soll laut Boxbeschreibung Kinder ab acht Jahren bis Hundertundzweijährige ansprechen. Ich liege altersmäßig irgendwo dazwischen, aber so richtig vom Hocker gehauen hat mich das Spiel jetzt nicht unbedingt. Für zwischendurch ist es jedoch ganz nett.


Handlung und Ziel des Spiels

Die friedlichen Einwohner auf dem Asteroid Loophole sind in Gefahr, denn der böse Geisterfürst Bugibu verwandelt diese in weniger friedliche
Geisternibblinge. Wir schlüpfen in die Rolle des Magier-Azubis Jumi und
müssen die Bewohner retten.

Fakt ist, es gibt theoretisch die oben beschriebene Handlung. Wichtige
Grundlagen werden ausführlich aber nur in der Beschreibung erzählt und
bleiben im eigentlichen Spiel vorenthalten. Auch vom ultrakurzen Intro
erfahren wir kaum was und erklärende Sequenzen gab es gar nicht. Es wird auch wenig gesprochen bei Loophole.

Auf jeden Fall rennen wir die ganze Zeit hektisch hin und her und suchen
Gegenstände, welche wir möglichst schnell den richtigen Leutchen aufs Auge drücken müssen, damit diese nicht länger rumquengeln und sich nebenbei zu besagten fiesen "Geisternibblingen" verwandeln, während wir bereits zu Nibblinge verzauberte Bewohner zurückverwandeln müssen. Wenn eine gewisse Anzahl von Einwohnern in Nibblinge verwandelt worden sind, ist das Spiel verloren. Die ersten Spiele waren nicht richtig ergiebig und damit ziemlich schnell zu Ende. Damit fängt auch das Spiel jedes mal ganz von vorne an und man kann alles noch mal machen!


Grafik

Kommen wir mit der Grafik nun zum Besten an Loophole. Beim Grafikstil hat man sich schon ziemlich von Rollenspielen oder auch Jump & Runs für die Konsole"inspirieren" lassen. Am ehesten erinnerte mich Loophole von den Landschaften vielleicht an Zelda, sagen wir mal an den neunten Teil Wind Waker, allerdings ohne auch nur annähernd dessen Klasse zu erreichen oder vielleicht auch noch an Wallace & Gromit. Jumi erinnert nicht wenig an Link. Dabei weiß die abwechslungsreiche Umgebung manchmal durchaus zu gefallen und auch die teilweise liebevolle Ausarbeitung der Personen wie die der witzigen Musikkapelle lässt stellenweise so etwas wie Atmosphäre aufkommen.

Es gibt allerdings nur wenige kurze Filmsequenzen und die sehen manchmal etwas verwaschen aus. Das Wasser des Meeres wurde in den meisten Einstellungen gar nicht animiert und wenn in einigen Einstellungen Wellen zu erkennen sind, sieht es auch nicht unbedingt prickelnd aus. Und auch einen richtigen Abspann zur Belohnung nach all den Strapazen gibt es nicht.


Nieder mit dem Spaß

Loophole ist wirklich kein selbsterklärendes Spiel. Es tauchen jede Menge
Zeichen und Symbole auf und ich hätte mir ein Booklet in gedruckter Form
gewünscht. Es sieht so aber aus, als seien die Spaßdiebe in den Spielekarton geklettert und hätten das Handbuch geklaut und dieses statt dessen gegen eine Demo-CD sowie ein Werbeheftchen von Tivola eingetauscht.

Eine ausführliche Beschreibung finden wir allerdings unter "Hilfe" bei den
Optionen. Leider verlockt die kleine Schrift auf dem grellen Hintergrund
nicht unbedingt zum Lesen und so erkundige ich mich erst einmal mühselig, worin denn der eigentliche Sinn des Spiels besteht. Denn nicht nur der bleibt nach dem viel zu kurzen Intro wie gesagt unklar.

Warum habe wir z.B. permanent einen Drachen um uns rumkreisen? Was möchten uns die Figuren durch die Symbole in den Sprechblasen mitteilen? Und was bedeuten die zahlreichen anderen Symbole? Warum gibt es zwischendurch immer wieder die Sequenz, in der ein merkwürdiger Vogel landet? Was bedeutet das Kleeblatt unten links und die "lila Krake" oben rechts auf dem Bildschirm? Fragen über Fragen, die nur teilweise beantwortet werden, wenn man die Beschreibung liest.

Untertitel gibt es auch keine und Textblöcke mit Erklärungen z.B. zur
Steuerung oder Figuren, welche gelegentlich erscheinen, verschwinden auch wieder genau so schnell, wie sie gekommen sind ohne dass man manchmal den ganzen Inhalt gelesen hat.


Handling

Das Handling an sich ist wiederum recht praktisch ausgefallen. Es gibt die
bekannte Point+Click-Steuerung. Warum wir allerdings zum Rennen noch die Shift-Taste drücken müssen und damit auch immer die Tastatur mit einbeziehen müssen anstatt alle Funktionen auf die Maus zu legen, weiß ich nicht. Ein Doppelklick auf das linke Mausöhrchen hätte es auch getan, um Jumi flitzen zu lassen.

Mit einem Rechtsklick öffnet sich das Inventar. Leider haben wir nur Platz
für neun Objekte und wenn es voll ist, müssen wir wichtige Gegenstände zurücklassen. Das macht das Spiel nicht unbedingt leichter, wenn man unter Zeitdruck die einzelnen Präsentchen an die quengeligen Gesellen verteilen soll.

Untertitel gibt es keine und ich werde nicht müde, von Zeit zu Zeit darauf
hinzuweisen, dass so hörgeschädigten Menschen ein schönes Hobby oder zumindest ein interessanter Zeitvertreib verwährt bleibt. Nebenbei bemerkt finde ich, dass Untertitel einfach zu einem Adventure dazugehöhren.

Am Anfang kann man zwischen drei Schwierigkeitsgraden auswählen. Im
Optionsmenü kann man laden, aber nicht speichern. Denn das erfolgt
automatisch.


Sound

Es wird sehr wenig gesprochen. Wenn, dann wird uns teilweise in einer
ziemlich nervigen und schrillen Babysprache erklärt, welcher Gegenstand die einzelne Figur vermisst. Erfundene infantile bis haarsträubende Worte bzw. Namen wie Geisternibblinge, Bugibu, Mumienhasilein, gurgelnde Gawakis oder gar Dondenpupsi tragen auch nicht unbedingt zum Wohlgefallen bei jedem erwachsenen Spieler mit nur halbwegs klarem Verstand bei, zumal das Spiel auch längst nicht den Charme des tollen "Little Big Adventure" hat, welches ja vordergründig auch zuerst den Eindruck erweckt, als wolle man die Sesamstraßenklientel bedienen.

Ebenfalls eher mittelmäßig weil recht eintönig ist die elektronische Musik.
Der Sound an sich ist noch ganz okay. Aber hey, ist das etwa immer der selbe Track, der da vor sich hin dudelt?


Fazit

Wäre ich nicht "beauftragt" worden, ein Review zu diesem Spiel zu schreiben, hätte ich es nach einer Stunde verwirrt weggelegt und mich einem anderen Spiel gewidmet. Denn der Einstieg in das Spiel ist mangels Erklärungen nicht unbedingt einfach. So habe ich mich durchkämpfen müssen und als ich das Spielprinzip dann verstanden habe, hat mich auch der Ehrgeiz gepackt und ich habe zumindest den leichten Schwierigkeitsgrad erfolgreich beendet.

Dabei ist das Spiel zumindest in diesem Level sehr kurz, denn nach
vielleicht 2 Stunden hatte ich scheinbar alle Aufgaben erfüllt und das Spiel
war plötzlich und unerwartet zu Ende.

Die Grafik ist ganz schön geworden und es gibt einige interessant gestaltete Orte zu entdecken. Wir begeben uns in ein Bergwerk, verschiedene Dörfchen oder zwischendurch auch kurz tauchend ins Meer. Und währenddessen begegnen wir manch skurriler Gestalt mit der wir aber kaum kommunizieren können.

Wer also die Muße hat, sich am Anfang mit den kryptischen Regeln zu befassen und gerne Adventures mit permanentem Zeitlimit spielt, der findet vielleicht Gefallen an dem kurzen Spielchen für Zwischendurch.



Bewertung: 58 %

 

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 98/2000/ME/XP
  • Pentium III 500 Mhz
  • 128 MB RAM
  • 475 MB freier Festplattenspeicher
  • 8x CDROM Laufwerk
  • 3D Grafikkarte 2er Generation

Gespielt unter:

  • Win 98
  • AMD Athlon XP 1800
  • 256 MB RAM
  • Grafikkarte Radeon 9200 Series
  • 16x CDROM-Laufwerk
  • Festplatte 60 GB

 

 

Copyright © André für Adventure-Archiv, 20. Dezember 2004

 

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