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Louvre - Ultime Malédiction  (index+)

Ein Review von Annemarie   01. September 2000

 

Morgane dringt in den Louvre ein
Morgane dringt in den Louvre ein

Eine Nachricht auf dem Diktaphon ruft die schöne Agentin Morgane auf den Plan: ein schrecklicher Fluch muss gebrochen werden, der von einem Meister der Schwarztempler auf vier kleine Statuen gelegt wurde als Rache für die Vernichtung des Templerordens durch Philipp den Schönen.
Dieser Fluch würde die Welt zerstören, sobald die vier Objekte jemals zusammen in einem Raum ausgestellt würden. Und das genau ist der Plan finstrer Mächte, die diese Objekte im Louvre des 21. Jahrhunderts zusammenbringen wollen. Ein Objekt – eine kleine Löwenstatue hat schon ihren Weg in diese Zeit gefunden.....

Morgane muss nun durch die Zeit reisen und im Louvre in 3 verschiedenen Epochen die anderen drei Objekte finden und in Sicherheit bringen.

Zuerst landet Morgane im Jahre 1377 im Louvre des Königs Karl V. Zu dieser Zeit war der Louvre eine massive Festung und Morgane hat viel zu tun, um dort den Soldaten des Königs zu entrinnen und dort die zweite Statue zu finden.

Ins Jahr 1610 versetzt, findet sie den Louvre als Palast des soeben ermordeten Henri IV. wieder und Morgane muss das Mordkomplott aufdecken, um nicht selbst Opfer der Intrigen am Hof zu werden und Helfer zu gewinnen, mit deren Hilfe sie das dritte Objekt ergattern kann  – wobei Morgane allerdings die im Mittelalter ergatterte Statue wieder zurücklassen muss.

Das Labor (Rokoko)
Das Labor (Rokoko)

Schnell weg! (Mittelalter)
Schnell weg! (Mittelalter)

Im Siècle des Lumières, dem französischen Rokoko des Jahres 1770 unter Ludwig XV. ist der zerfallende Louvre kein Königspalast mehr – Ludwig XIV. hatte schon Versailles erbaut - und Morgane muss zum Teil zwischen Ruinen ihre Hinweise finden. Hier braucht Morgane ihr ganzes alchimistisches Wissen, um wieder an die im Rokoko verlorene Statue zu gelangen.

Wenn Morgane dann alle 4 Statuen zusammen hat, muss sie im Finale dafür sorgen, dass die Welt für alle Zeit sicher vor dem Fluch sein wird...

Mir hat das Spiel Spass gemacht, obwohl ich – da muss ich ehrlich sein – manchmal in der französischen Lösung nachgucken musste. Denn leider ist das gesprochene Französisch in diesem Spiel alles andere als einfach (viele historische, kunsthistorische, architektonische Fachausdrücke). Und das Spiel ist (schade für alle gehörlosen Spieler!) ohne Untertitel. Mit Untertiteln hätte ich die wichtigen Hinweise, die man in den Gesprächen bekommt, viel besser verstanden....

Das Spiel hat – auch das muss in einem Review für ein Adventurespiel nach "Time Machine" und "Odyssee" wohl erwähnt werden – eine reine Maussteuerung und ist so wunderbar einfach zu dirigieren. Es lief auf meinem Rechner sehr schnell und technisch ohne Probleme – kein einziger Bug, kein einziger Absturz, die Reaktionen und Videosequenzen kamen ohne langes Warten und die Bewegungen liefen flüssig ab.

Man muss viel mit Gegenständen kombinieren, bei den allermeisten Rätseln handelt es sich um Objektmanipulationen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden – aber allzu schwer ist das Spiel sicher nicht zu lösen.

Es gibt 2 verschiedene Arten von Inventar: das immer mit der rechten Maustaste zugängliche Inventar, in dem 8 Gegenstände Platz haben (+ die 4 Statuen) und ein erweitertes Inventar in Form von Truhen, die in verschiedenen Räumen des Louvre zugänglich sind und aus denen man dann Gegenstände ins erste Inventar aufnehmen kann und in die man Gegenstände vom ersten Inventar ablegen kann, um Platz zu schaffen. Man ist in diesem Spiel also viel auf Truhensuche, denn oft ist die nächste Truhe meilenweit entfernt, wenn man gerade Gegenstände daraus braucht oder dringend für neue Gegenstände Platz schaffen muss, das macht das Leben im Louvre natürlich etwas mühsam.

Um an die Gegenstände zu gelangen und dann erfolgreich aus dem Zeitalter vor seinen Feinden zu entfliehen, muss man an einigen Stellen sehr schnell sein und – ganz wichtig! – im richtigen Moment die richtigen Gegenstände im Inventar bereit haben. Dieser Action-Anteil ist selten ohne Köpfchen zu lösen und ist auch für ungeübte Action-Spieler zu meistern.

Allerdings ist das Spiel nicht ganz gewaltfrei (Erschiessen mit Pfeil und Bogen, Erschlagen mit dem Kronleuchter, in die Luft jagen mit Munitionsfässern, sogar Giftgas kommt zur Anwendung). Auch wenn dieser Anteil an Kampf-Action klein ist und nicht drastisch dargestellt wird, hätte man sich das in einem Adventure-Spiel sparen können. Atlantis 1 zeigt ja z. B., dass man ein Adventure sehr wohl auch ohne Gewalt sehr spannend machen kann.

Die aufwendige Grafik (keine 3D-Beschleunigung, aber sehr schön und mit viel Liebe dargestellte Details, vor allem keine eckigen Polygonhelden wie bei "Odyssee" sondern echt wirkende Akteure) vor allem in den Videosequenzen hat mir sehr gut gefallen – hier hat Arxel Tribe wieder mal ein Meisterwerk in altbekannter Qualität geschaffen.

Die Vertonung beschränkt sich auf die Originalgeräusche und ein einfaches Musikthema fürs Hauptmenü, was aber der Atmosphäre des Spiels keinen Abbruch tut. Man kann sehr gut in die spannende Atmosphäre des Spiels eintauchen und sich mit Morgane in die verschiedenen Jahrhunderte versetzen lassen...

Der Speichermodus ist auch unkompliziert zu bedienen: in ähnlicher Art wie bei Amerzone kann man in 8 verschiedenen Bildschirmen speichern – das klingt zwar wenig, aber mir hat es, obwohl ich oft speichere, völlig ausgereicht und man kann an jeder Stelle des Spiels speichern, was nach meiner Erfahrung mit "Odyssee" das reinste Vergnügen war!

Fazit:
Ich würde dem Spiel trotz des Gewalt-Anteils 70 Prozent (gut,   empfehlenswert) geben.
Die logischen Aufgaben und die schöne Grafik haben Spass gemacht. Das Spiel bietet ausserdem für historisch Interessierte einen ausführlichen Informationsteil, in dem man sich durch die gesamte Geschichte des Louvre klicken kann.

Morgane verwandelt sich in einen mittelalterlichen Soldaten
Morgane verwandelt sich in einen mittelalterlichen Soldaten

Morgane und Katharina von Medici (Renaissance)
Morgane und Katharina von Medici (Renaissance)

Eine der 4 verfluchten Statuen (heutiger Louvre)
Eine der 4 verfluchten Statuen (heutiger Louvre)

Morgane als Rokoko-Dame
Morgane als Rokoko-Dame

Im Schlafzimmer des Königs (Mittelalter)
Im Schlafzimmer des Königs (Mittelalter)

Geheimnisvolle Botschaft an Morgane
Geheimnisvolle Botschaft an Morgane

Der Bildhauer (Rokoko)
Der Bildhauer (Rokoko)

Die Geister verhindern Schlimmes! (heutiger Louvre)
Die Geister verhindern Schlimmes! (heutiger Louvre)

Der Louvre in der Renaissance
Der Louvre in der Renaissance

Der Louvre im Rokoko
Der Louvre im Rokoko

Der König (Mittelalter)
Der König (Mittelalter)

Showdown - (Louvre - Philipp der Schöne)
Showdown - (Louvre - Philipp der Schöne)

Die Hexenküche (Rokoko)
Die Hexenküche (Rokoko)

Wenn Morgane nicht aufpasst ... (heutiger Louvre)
Wenn Morgane nicht aufpasst ... (heutiger Louvre)



Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95/98
  • Pentium 166 / empfohlen Pentium 200
  • 16 MB RAM / 32 MB RAM bei Windows 98
  • 4X CD-ROM-Laufwerk oder schneller
  • keine 3D Grafikkarte erforderlich

Gespielt auf:

  • 600 MHz Pentium
  • 128 MB RAM

Copyright © Annemarie für Adventure-Archiv, 01. September 2000

 

Bewertungssystem:

  • 80% bis 100%  sehr gutes Spiel  (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79%    gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69%    befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59%    ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49%    ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0%  bis 39%    grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

Translated by slydos

 

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