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Lunar Deep


Erscheinungsdatum: 05/2006
Entwickler/Publisher: Ancientrain Gaming



Spielsprache: englisch

 

ESRB/PEGI: keine Einstufung

 

 


Ein Review von   André   05. April 2007

(Anm.: Mittlerweile gibt es eine erweiterte Special Edition.
Dieser Review behandelt die Normalversion.)

 

Lunar Deep ist ein kleines, eher mystisches Sci-Fi-Adventure und das Debüt des neuen Independententwicklers AncientRein Gaming. Gespielt wird es in der Egoperspektive und die Spielsprache ist Englisch. Da in Lunar Deep aber fast gar nicht gesprochen wird und es nur wenig zu lesen gibt, ist es auch für Spieler mit bescheidenen Englischkenntnissen gut geeignet.

 

Handlung

Lunar Deep ist ein Adventure mit wenig Handlung und so hält man sich auch nicht großartig mit einem Vorspann auf, sondern man kommt direkt zur Sache. Der Spieler befindet sich am Meer und hält eine Nachricht aus einer angespülten Kapsel von einer gewissen Aleetna in der Hand. Aleetna gehört einer alten Kultur, den Lun an, die den Mond verehrt. Wie sie sagen, tun sie dieses nicht, um ihre esoterischen Neigungen auszuleben, sondern aus rein wissenschaftlicher Aspekten. Weil sie sich für die Eigenschaften des Mondes begeistern, haben sie eine Menge Wissen über ihn gesammelt. Aha. Zudem seien sie friedfertig und lebten seit vielen tausend Jahren verborgen vor der Zivilisation im Untergrund. Nur eine Maschine versorge die Menschen dort mit Licht, Luft und Wasser. Auf jeden Fall bittet Aleetna den Finder der Nachricht dringend um Hilfe, da die Maschine offensichtlich wie alles Irdische den natürlichen Alterungsprozessen unterworfen ist. Will heißen, das Ding gibt so langsam den Geist auf. Leider ist den Lun das Wissen um die Reparatur und Wartung der lebenswichtigen Maschine im Laufe der vielen tausend Jahre verloren gegangen.

Haben wir die Nachricht gelesen, befinden wir uns in der nächsten Einstellung auch schon direkt vor einem äußerst merkwürdigen eiförmigen und verschlossenen Etwas, was aus dem Meer herausragt und offensichtlich den Eingang zur unterirdischen Welt der Lun darstellt. Schnell noch das Codeschloss geknackt und schon können wir die Welt dort unten retten. Diese Ausgangssituation klingt nach einem Handlungsansatz, aber viel mehr geschieht eigentlich gar nicht, denn der weitere Spielablauf beschränkt sich mehr oder weniger auf das Flicken der Maschine.

 

Grafik

Auch Lunar Deep wurde mit dem bewährten Adventuremaker erstellt, da es offensichtlich ein beliebtes und geeignetes Programme ist, auf das neue bzw. kleinere Entwickler immer wieder gerne zurückgreifen. Zu sehen gibt es einfache und daher manchmal noch etwas kryptische, aber schon nett anzusehende Bilder, wie man sie von semiprofessionellen Independentadventures kennt. Am ehesten ist es sowohl von der Qualität als auch von der Art der Darstellung vielleicht mit Acalius zu vergleichen, zumal es ja ebenfalls ein mystisches Scifi-Adventure, also thematisch ähnlich ist. Auch hier gibt es viele recht karge bzw. übersichtlich strukturierte Landschaften und Räume sowie wenige Personen zu bewundern. In Lunar Deep trifft man auf zwei Personen, um genau zu sein. Diese sind so gut wie gar nicht animiert und passen damit zu den Hintergründen, für die dasselbe gilt. Mal bewegen sich die Wellen in einem See und es gibt auch wenige kleine Sequenzen, die etwa zeigen, wie ein Aufzug zum nächsten Ort rast. Diese kurzen Sequenzen sind in einem kleinen Fenster dargestellt.

 

Rätsel

Auch was die Rätsel anbelangt, kann man Lunar Deep grob eigentlich eher bei den mystisch Ego-Adventures einordnen. Es gibt also hauptsächlich Maschinen zu bedienen. Hierzu flitzen wir mit dem Aufzug von Etage zu Etage. Aber es unterscheidet sich auch von klassischen mystischen Spielen, da es ein Inventar gibt, man also auch Gegenstände miteinander benutzen kann. Und zudem bin ich dankbar, dass der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zu anderen Spielen dieser Machart ausgesprochen human - will sagen einfach ist, da ich ehrlich gesagt kein Freund von diesen abstrakten Spielen bin, wo man geduldig unter Ausschluss von anderen Charakteren schwierigste Maschinenrätsel lösen muss. Ich gestehe, dass mein Talent genauso wie meine Geduld diesbezüglich äußerst begrenzt sind. Ab und an trifft man wie gesagt auch mal einen Charakter, der kurz mit uns plaudert und dem man vielleicht auch schon mal einen Gegenstand geben oder einen Gefallen tun kann. Die Handlung wird auch durch ein paar gefundene Notizen weitergeführt. In Lunar Deep kann man nicht sterben und es gibt keine Labyrinthe. Sackgassen sind mir ebenfalls nicht bekannt.

 

Handhabung

Die Steuerung durch Lunar Deep ist prinzipiell einfach und erfolgt per Point&Click mit der Maus. Der Cursor verändert seine Aussehen bei Hotspots. Wenn wir Dinge manipulieren können, wird aus dem Handsymbol eine Faust. Verändert es sich zu einem Pfeil, können wir in die entsprechende Richtung laufen. Die rechte Maustaste ist nur dafür da, um am oberen Bildschirmrand eine Leiste einzublenden, die für das Laden, Speichern und Beenden des Spiels zuständig ist. Alles weitere, also die eigentliche Navigation durch das Spiel erfolgt mit der linken Maustaste.

Man sollte aber wissen, dass einige wenige Hotspots nicht angezeigt werden. Der Cursor verändert also nicht immer zwingend sein Aussehen, wenn wir über einen Gegenstand fahren, den wir mit einem anderen Gegenstand aus unserem Inventar manipulieren können. Sähen wir also beispielsweise ein verdächtiges Loch in einer Tür, welches aber nicht vom Cursor angezeigt würde und wir hätten zufälligerweise eine Klinke im Inventar, sollten wir diese trotzdem einfach mal auf Verdacht mit dem Loch benutzen. Außerdem sind ein paar Hotspots sehr klein und damit schwer zu finden. In einigen Räumen fand ich die Fortbewegung nicht unbedingt optimal gelöst, da man dort zwar nach vorne, also näher an einen Gegenstand bewegen kann, aber scheinbar nicht mehr zurück, sondern nur noch seitlich weg. Ansonsten funktioniert die Orientierung in dem Spiel aber ziemlich gut.

 

Sound

Für einfache Independentspiel nicht unüblich, aber in diesem Fall nicht unbedingt günstig ist, dass es weder einen Lautstärkeregler noch Untertitel bei Gesprächen gibt. Das bedeutet konkret, dass ich zuerst den Ton an meinem Rechner leiser gestellt habe, da das Hintergrundgeräusch, ein oft ziemlich eindringliches Pfeifen des Windes sehr störend war, um anschließend von einem der wenigen kurzen Gespräche akustisch so gut wie nichts mitzubekommen. Also müssen wir uns entscheiden, ob wir entweder das nicht gerade dezente tinitusähnliche Windgeräusch im Hintergrund leise stellen, das in vielen Bildern zu hören ist oder doch lieber die Sprachausgabe verstehen wollen. Ich habe mich für die erste Variante entschieden, da man die Dialogsituationen wie gesagt an einer Hand abzählen kann und diese zudem sehr kurz sind. Neben besagten Windgeräuschen dienen andere späherische Klänge zur akustischen Untermalung.

 

Fazit

Als ich über eine abschließende Bewertung nachgedacht habe, fiel mir eigentlich immer nur das Adjektiv „nett" ein. Die aus wenig animierten, übersichtlich gestalteten Bildern bestehende Grafik ist auf einfachem, aber schon soliden Independentniveau. Lunar Deep verfügt über keine große Handlung und es gibt keine bösartigen Schurken oder dramatische Liebesgeschichten. Wir bekommen am Anfang des Spiels eine Aufgabe und müssen sie lösen. Alles weitere würde auch den Rahmen des Spiels sprengen, denn Lunar Deep ist mit vielleicht drei Stunden Spielzeit doch sehr kurz. Allerdings ist das nur in einer Papierhülle gelieferte Spiel wirklich sehr günstig vom Hersteller zu beziehen und daher stimmt auch das Preis-Leistungsverhältnis. Die Rätsel sind generell eher einfach und gut nachvollziehbar. Abgesehen davon, dass man von der Sprachausgabe kaum was hört und wenige Hotspots etwas zu gut versteckt wurden, sind mir keine wirklich größeren Mängel aufgefallen. Alles in allem ist AncientRein Gaming damit ein wie gesagt kurzes, aber durchaus vorzeigbares Debüt gelungen, auf das sich aufbauen lässt. Unterm Strich macht das

 

Wertung: 68 %

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemvoraussetzungen:

  • Windows XP
  • IBM PC Pentium
  • 256 MB RAM
  • True Color Grafikkarte

 

Gespielt unter:

  • Win XP
  • AMD Athlon XP 1800
  • 512 MB RAM
  • Grafikkarte Radeon 9200 Series
  • DVD-Laufwerk
  • Festplatte 60 GB

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Zum Beginn des Spiels werden wir durch eine Nachricht über die Ereignisse informiert
Zum Beginn des Spiels werden wir durch eine Nachricht über die Ereignisse informiert

 

Seeblick
Seeblick

 

In Lunar Deep gibt es kurze Zwischensequenzen
In Lunar Deep gibt es kurze Zwischensequenzen

 

Ein unterirdischer Gang führt zum Reich der Lun
Ein unterirdischer Gang führt zum Reich der Lun

 

Ein Steuerpult
Ein Steuerpult

 

In einem der unterirdischen Räume
In einem der unterirdischen Räume

 

Die Ebenen sehen recht unterschiedlich aus. Hier ein kleines Waldgebiet
Die Ebenen sehen recht unterschiedlich aus. Hier ein kleines Waldgebiet.


Die Brücke führt zu einer merkwürdigen Kuppel
Die Brücke führt zu einer merkwürdigen Kuppel

 

Das sieht doch schon sehr ansprechend aus
Das sieht doch schon sehr ansprechend aus

 

Auf dem Tisch liegt eine Nachricht
Auf dem Tisch liegt eine Nachricht

 

Ein Bild aus der Schlußsequenz
Ein Bild aus der Schlußsequenz


 

 

Copyright © André für Adventure-Archiv, 05. April 2007

 

 

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