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Monkey Island 4 -
Flucht von Monkey Island

Classic Edition



Erschienen 02/2002
Entwickler: Lucas Arts
Publisher: Electronic Arts

Freigegeben ohne Altersbeschränkung

 

Ein Review von   Elaine   12. November 2002

 

DIe Classic-Edition und daher Neuauflage von Monkey Island 4 kommt in einer DVD-Plastikbox mit 2 relativ ansehnlichen CDs daher. Kein Handbuch oder Flyer dabei, alles auf einer Liesmich-Datei.

Die Installation gestaltet sich nicht besonders schwierig, nachdem CD1 ins Laufwerk eingelegt ist, beginnt durch Autostart die Installation. Alles sehr easy und komfortabel, komplett mit DeInstall und schnuckeligem Affenbild auf dem Desktop (wenn gewünscht).

 

Story und Ort des Geschehens

Wie könnte es anders sein - mal wieder bekommt der Anti-Held Guybrush mächtigen Ärger mit dem Zombie-Piraten LeChuck (allerdings erst später im Spielverlauf), er muss allerhand hausgemachte Probleme lösen und ist immer wieder der Angeschmierte. Wie immer bedient er sich eines Schiffes und einer widerwillig zusammengestellten Crew, um über den Ozean zu schippern und auf diversen Inseln sein Glück zu versuchen.

Der Bewegungsradius ist für ein Monkey-Island-Adventure relativ begrenzt, bei 4 Inseln ist Schluss mit Segeln (obwohl die Karte auch noch Phatt, Booty & Co. zeigt).

Die Grafik ist wie immer mit viel Liebe zum Detail, sie erinnert mich irgendwie an Kings Quest 7, vielleicht aufgrund der vielen kleinen schnuffigen Häuser, nicht unbedingt dezent aufs bunteste gestaltet.

Guybrush trifft allerlei ihm freundlich oder auch unfreundlich gesonnene Bekannte aus den vohergehenden Teilen, die auch noch manches Hühnchen mit ihm rupfen zu haben.

Das Spiel beginnt damit, daß Guybrush und Elaine von einer ausgiebigen Seereise zurückkehren, um dann festzustellen, daß zwischen der einst so verehrten Gouverneurin Marley und ihrem Fußvolk ein heftiger Entfremdungsprozeß stattgefunden hat; das Haus ist im Begriff unter permanentem Beschuß durch Katapulte zerbröselt zu werden und nur eine richterliche einstweilige Verfügung kann die Zerstörung stoppen. Schon hat Guybrush den ersten Auftrag an der Backe, und es folgen noch etliche. Im Laufe des Spiels muß Guybrush ganz im Sinne aller vorhergehenden Monkey-Island-Spiele allerlei skurrile Dinge organisieren und schier unlösbare Aufträge annehmen.

 

Rätsel

DIe Rätsel sind größtenteils logisch aufgebaut, und wie immer kann Guybrush gar nicht so viel Mist bauen, wie er eigentlich möchte: der "Sackgassen-Schutz" ist quasi eingebaut. Auch gibt es fast immer eine Möglichkeit, woanders weiterzurätseln, wenn mal wieder nix geht. Allerdings sind einige Finten durch das Spiel verteilt, die zumindest mir ziemliche Kopfschmerzen bereitet haben und Stunden des Grübelns kosten können (ein unsichtbarer Penny im Hafen, der festgeklebt ist, und den ich mit allen Mitteln versucht habe zu bekommen, das in der Optionsleiste erscheinende, aber auf dem Bildschirm nicht sichtbare Wikingerschiff... Wobei ich nicht weiß, ob es sich um Bugs oder schlechte Scherze der Programmierer handelt.

Manchmal ist die dazugehörende Story jedoch etwas schräg und undurchsichtig (oder ich hab wo nicht aufgepaßt), wie beim finalen Kampf der Giganten, oder bei bestimmten genau einzuhaltenden Aktionsreihenfolgen...(hier der erste und einzige Es-geht-nicht-weiter-Punkt, den ich je in einem Monkey-Island-Spiel gefunden habe!!)

Sonst handelt es sich wie immer um eine relativ bunte Mischung verschiedener Rätsel, größtenteils Nimm-und-Benutze oder Nimm-Kombiniere-Mit-und-Benutze, aber auch echte Denk-und-Logik-Rätsel. Natürlich sind wie immer etliche kleine Hinweise eingebaut, die beim Lösen einiger Rätsel jedoch auch nötig sind.

 

Steuerung

Durch die wunderbare Welt von Monkey Island bewegt mensch den Helden völlig ungewohnt mit der Tastatur, wobei die Geradeaus-, Links-, Rechts- oder Rückwärtsrichtung immer subjektiv von Guybrush zu sehen sind. Ist für mich neu und deshalb verwirrend.

Guybrush kann rennen oder gehen, wenn er rennt ist es relativ schwierig, punktgenau stehenzubgeiben. Für mich war die neue Art der Fortbewegung und die 3D-Grafiken wirklich äußerst gewöhnungsbedürftig. Gerade was bei den früheren Monkey Islands einen Teil des Spielspaßes ausmachte, wurde (aufgrund des Erfolges von Lara & Co. und deshalb mainstreamkompatibel?) durch eine mir sehr unsympathische Ego-mäßige Steuerung ausgetauscht. Was dazu führte, daß ich erst mal eine halbe Stunde brauchte, um herauszufinden, wie Guybrush denn nun geradeaus laufen kann. Manchmal macht es den Anschein, er hätte sich vier bis sieben Schnäpse genehmigt, weil das Getaumel recht unkoordiniert wirkt.

Neu ist der Verzicht auf das Kombinieren verschiedener Ausführungsbefehle in der Bildschirmleiste ("Nimm", "Öffne" etc.) oder wie im vorhergehenden Spiel die Auswahl von 3 Grundzügen von Aktionen (Mund, Augen, Hand). Bein Annähern an ein Objekt erscheint jetzt nunmehr in der Fußleiste eine Auswahl momentan ausführbarer Aktionen, aus denen ausgewählt werden kann. Ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, besonders wenn mensch die Liesmich-Datei nicht gelesen hat, würde ich (als alte spielkonservative Konterrevolutionärin) sonst aber als durchaus denk- und spielbare Alternative für die gute alte Kombinationsmethode halten.

 

Grafik und Sound

Völlig neu in der Monkey Island Geschichte ist die 3D-Grafik, meiner Ansicht nach nicht nötig und auch nicht besonders spielspass-optimierend, im Gegenteil: zusammen mit der Steuerung war das für mich eher frustig, vor allem weil ich glaube, daß deshalb der Sound streckenweise ein ziemlicher Abklatsch vom 3. Teil ist.

Zur Sprachausgabe kann ich nicht viel sagen, die war bei mir ausgeschaltet. Ist einfach eine persönliche Vorliebe von mir (weil ich finde, daß die Stimmen oft kein bißchen zu den Charakteren passen, so wie ich es mir vorgestellt habe). Allerdings wird diese Einstellung in bestimmten Sequenzen ignoriert, dann erfolgt die Sprachausgabe trotz Deaktivierung dennoch. Etwas ärgerlich, aber in den meisten Spielen so.

 

Optionen, Einstellungen und Co.

Das Anfangsmenü ist etwas unübersichtlich aufgrund der vielen Optionen. Jedoch muß ich sagen, daß wirklich alles ganz nach Geschmack eingestellt werden kann, z. B. Sound, Sprachausgabe usw. (Die Sprachausgabe ist allerding auch im Off-Modus in den Auto-Sequenzen aktiviert). Auch sonst klappt alles ganz einfach und logisch, allerding sind die kleinen Bildchen beim Abspeichern nicht in Originalfarbe sondern dunkelgrün-matschig, was das Wiedererkennen quasi unmöglich macht und deshalb konkrete Spielstandsangaben nützlich sind.

 

Gesamteindruck

Wer Monkey Island bisher geliebt hat, wird diesen Teil zumindest mögen. Insgesamt ein zielmich nettes Adventure, leider wurde meinem Empfinden nach zugunsten der neuen 3DGrafik etwas an der Story, den Rätseln, der Musik und der etwas eingeschränkten Räumlichkeit der Monkey Island-Welt gespart. Der Spielspaß ist relativ schnell vorbei (wobei ich zugeben muß ein- oder zweimal in eine Lösung geschielt zu haben). Klar, daß auch den Menschen von Lucas Arts mal die super-originellen und einmaligen Ideen ausgehen müssen, daher ist es verständlich, daß eine Menge der Jokes auf vorhergehende Teile Bezug nehmen.

Als vierter Teil einer so erfolgreichen langen Tradition muß sich Monkey Island 4 nicht verstecken, reicht meiner Ansicht nach aber auch nicht an die vorhergehenden Teile heran.

 

Meine Bewertung: 71,5%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemanforderungen:

  • Windows 95/98
  • 266 Mhz Prozessor
  • 32 MB RAM
  • 4 MB Grafikkarte
  • 4x CDROM-Laufwerk
  • Soundkarte DirectX 7.0a kompatibel

gespielt mit:

  • Windows 95
  • Pentium 233 MHz
  • 128 MB RAM

 


 


 

 

mi4review4.jpg (18128 Byte)

 

 

 

 

 

 

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Mehr Screenshots

 

 

 

 

Copyright © Elaine für Adventure-Archiv, 12. November 2002

 

 

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