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Midnight Nowhere

Hersteller: Saturn+
Publisher: Buka Entertainment
Releasedatum: 4. Quartal 2002

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Ein Preview von slydos, 28. September 2002

 

Vom russischen Entwicklungsstudio Saturn+ kennen wir bereits das Fantasy-Adventure "Jazz & Faust" (Adventure-Archiv Review). "Midnight Nowhere" ist die neueste Produktion, die vom russischen Publisher Buka Entertainment bereits für den ostasiatischen Raum und in Europa für Polen und Ungarn lizensiert wurde. Es ist ein düsteres, blutiges Horroradventure - nichts für empfindliche Gemüter.

Ich hatte die Gelegenheit, Teile der ersten beiden Episoden einer umfangreiche Demoversion mit englischen Untertiteln zu spielen. Die Story erinnert an Klassiker wie "Countdown" von Access Software oder "Sanitarium". Unser namenloser Hauptdarsteller erwacht in einer Leichenhalle. Aber er kann sich nicht viel Gedanken machen, warum er sein Gedächtnis verloren hat und wie er hierher gekommen ist - der Raum, in dem er sich befindet und alle weiteren Räume, die er entdecken und untersuchen wird, sind Zeugen von unglaublichen Gewalttaten - überall Blut, zerstörtes Mobiliar und ... Leichen, jede Menge Leichen!

Aufgabe unseres Charakters, nennen wir ihn mal "John Doe", ist natürlich, diese schrecklichen Bluttaten zu erklären und auch seine Identität wiederzufinden. Dabei muß er sich Zugang zu dem recht gesicherten Krankenhauskomplex verschaffen, in dem er sich befindet, Türen auf die verschiedenste Art öffnen, Räume und Leichen untersuchen, seine Schlüsse aus gefundenen Unterlagen, Videos, Bildern, Dokumenten und anderen Hinweisen ziehen. Es scheint, daß ein "Ungeheuer" alle diese Morde begangen hat! Die Polizei scheint machtlos.

In der mit spannender Musik unterlegten Introsequenz befinden wir uns im Dunkel eines Plastik-Leichensacks - wir hören jemanden atmen, ganz im Stile Darth Vaders, bis sich der Reißverschluß des Sackes öffnen läßt und die Kamera uns den Auferstandenen von den Füßen bis zum Kopf enthüllt!

Um aus seinem tiefgekühlten Gefängnis zu entkommen, muß unser Held Gegenstände suchen und manchmal auch erstellen, und er macht auch nicht Halt, dazu den Finger einer der aufgebahrten Leichen abzuhacken. Auch später wird er immer wieder mehr oder weniger harmlosen Kontakt mit den anwesenden Toten suchen.

Wir steuern unseren Hauptdarsteller in 3rd-Person Perspektive mit der Maus. Einziger Tasteneinsatz ist die Escapetaste, die uns zum Hauptmenü führt, das in der Demoversion keinen Aufruf der Sicherungsfunktion oder des Optionsmenüs zuläßt. Ein Linksklick läßt "John Doe" zu einem Punkt am Bildschirm laufen aber auch eines der immer sichtbaren Aktionsicons am oberen Bildschirmrand auswählen. Nach Auswahl eines solchen Icons, z.B. "Nehmen" oder "Benutzen" nimmt der Cursor dessen Form an. Wenn wir einen Gegenstand betrachten, erhalten wir eine Beschreibung durch unseren Helden in Text und Sprache. Der Cursor zeigt durch einen kleine blauen Pfeil die Stellen an, wo man einen Szenenwechsel vornehmen kann. Das Handling ist leicht und durchschaubar.

Ein Rechtsklick öffnet die Inventarleiste am unteren Bildschirmrand und schließt sie auch wieder. Wir können dort Objekte auswählen, die der Cursor dann übernimmt, Objekte mit dem "Anschauen"-Icon untersuchen oder mit dem "Benutzen"-Icon kombinieren. Mit der Zeit nimmt das Inventar eine ganze Reihe von teilweise mehrfach einsetzbaren Gegenständen auf. Die Objekträtsel sind von Beginn an von mittlerem Schwierigkeitsgrad und wurden in dem von mir gespielten Teil bereits recht komplex.

"John Doe" muß sich in jedem Fall auch eine Menge von Informationen notieren, die er erst sehr viel später gewinnbringend einsetzen kann, z. B. für Passwörter und Codes. Da es kein eingebautes Notizbuch gibt, ist der Spieler gezwungen, diese Informationen selbst zu notieren. Das kann eine Notiz in einem herumliegenden Sexmagazin sein oder ein kurz eingeblendeter Sicherheitscode aus einem Überwachungsvideo.

Unsere 3D-Figur bewegt sich in einer sehr realistischen und detaillierten 2D-Umgebung. Es soll insgesamt mehr als 60 Szenerien geben. Während der Demo bewegt sich der Held fast ausschließlich, bis auf kurze Begegnungen mit anderen lebenden Menschen, allein in den Locations, jedoch sind auch umfangreichen Interaktionen mit anderen Charakteren vorgesehen. Inwieweit es dabei auch zu eventuellen Actionsequenzen kommen kann,  bleibt offen. Der von mir gespielte Teil war jedenfalls ein reines Adventure.

Leider ist mir ein großer Teil von Informationen entgangen, da die vielen Poster, Bilder, Dokumente, Notizen, Pin-Ups, Bücher usw. nur übersetzt waren, wenn sie fürs Fortkommen eine Rolle spielten. Da findet man dann allerdings überraschend viele humorvolle Anspielungen z.B. auf einen Arnold Braunschweiger, der ein Buch "Bodybuilding für Beginners" geschrieben hat oder ein Handbuch für Windows 2015. Es gibt auch jede Menge anzügliche Darstellungen vom therapeuthischen Kamasutra bis zu diversen Pin-Ups und viele Bilder im Stil von Manfred Deix.

Neben dem blutigen Ambiente inklusive Gewalt- und Sexdarstellung wäre dann noch der Einsatz und Konsum von Drogen zu nennen, was die Zielgruppe sicher auf die über 16jährigen, eher 18jährigen verkleinert. Also ein Spiel für Erwachsene, die nichts gegen blutverschmierte Kulissen und herumliegende Leichen haben. Dafür birgt das Ganze allerdings auch ein "erwachsenes" Rätselangebot, daß sich an den fortgeschrittenen Adventure-Fan richtet und ein langes, spannendes Schauern bis zur endgültigen Auflösung verspricht.

 

Systemvoraussetzungen:

Pentium II 400
64MB RAM
1GB freier Festplattenplatz
DirectX kompatible Video und Soundkarte
4X CDROM-Laufwerk

 

 

 

 

adventurearchiv - 28-09-02

 

 

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