Monkey Island Revival Party

 

Ein Bericht von  Jehane   03. April 2008

 

„Arrrrrrrr!" war das „Wort" des Abends, Papageien das absolute Must-Have und eine Augenklappe oder ein Gummihuhn konnten ebenfalls nicht schaden. Klingt nach Fasching? Fehlanzeige: Im WUK (kurz für Werkstätten- und Kulturhaus) in Wien ging nämlich Ende Februar eine Party der etwas anderen Art über die Bühne, die, erraten, mit Piraten zu tun hatte. Wer jetzt glaubt, dass die engagierten Organisatoren rund um Cpt’n Toothbrush sich vom aktuellen „Fluch der Karibik"- und dem damit einhergehenden Piraten-Boom haben anstecken lassen, liegt wieder falsch. Im Mittelpunkt des Abends stand nämlich der Prototyp des tollpatschigen Möchtegern-Piraten schlechthin: Guybrush Threepwood, ein Name, der bei eingefleischten Adventure-Spielern die Herzen höher schlagen lässt; ein Name, der für verklärte Blicke sorgt und „Weißt du noch, damals, als wir zum ersten Mal Monkey Island gespielt haben…"-Nostalgie hervorruft. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass sich jede Menge Piraten und Piratinnen eingefunden hatten, um dem Kultspiel aus dem Hause LucasArts die gebührende Ehre zu erweisen.

Manche Crewmember hatten sich so richtig in die Piratenrolle reinversetzt.
4 Manche Crewmember hatten sich so richtig in die Piratenrolle reinversetzt.
Cpt’n Toothbrush (Mitte) und Mitglieder seiner verlässlichen Crew. Die Jungs haben echt ganze Arbeit geleistet, Hut ab!
5 Cpt’n Toothbrush (Mitte) und Mitglieder seiner verlässlichen Crew. Die Jungs haben echt ganze Arbeit geleistet, Hut ab!

 

Mit einem originellen Kostüm war es dabei aber noch lange nicht getan. Was ein echter Pirat ist, unterzieht sich nämlich auch mindestens einer von mehreren Prüfungen, als da wären: Beleidigungsfechten, Kokosnuss-Kegeln, Kostümwettbewerb, Armdrücken und was man auf hoher See eben sonst noch so anstellt, um die Zeit bis zum nächsten Hafen tot zu schlagen. Wackere Piraten und Piratinnen wurden für ihre Mühe selbstverständlich auch gebührend belohnt; die Beute war stilecht in kleinen Schatztruhen verstaut und bestand u.a. aus herzigen Plüschpapageien (praktisch, wenn man den eigenen zuhause vergessen hatte oder das Vieh besoffen von der Schulter gefallen war) sowie „Sam & Max: Season 1". Apropos Sam & Max: Die beiden ließen, als Vertreter des offiziellen Sponsors JoWood, natürlich die gute Gelegenheit nicht ungenützt, ihre neuen Abenteuer zu promoten, und auch für das eine oder andere Erinnerungsfoto nahmen sie sich geduldig Zeit. Kommentar einer begeisterten, strahlenden Besucherin nach dem Klicken der Kamera: „Damit geht ein Traum in Erfüllung!" – ihr Wort in Max’ Ohr.

Promoteten ihre neuesten Abenteuer und ließen sich bereitwillig mit Fans fotografieren: Sam & Max.
8 Promoteten ihre neuesten Abenteuer und ließen sich bereitwillig mit Fans fotografieren: Sam & Max.

Wem bei all dem Trubel die Puste ausging, der konnte sich an der ScummBar stärken; neben allerlei Alkoholischem (Grog! Grog! Grog!) gab es selbstredend auch Softdrinks für die Schwachmaaten unter den Besuchern sowie feine Rauchwaren, um den rußigen Klang der Stimme zu perfektionieren – wie sonst sollte man auch die Gegner beim Beleidigungsduell einschüchtern, wenn nicht mit einer donnernden, rauchigen Stimme? Eben. Kulinarisch verwöhnte die ScummBar mit Obstspießen, Kokosnuss und Bananen, und auch die Ohren kamen nicht zu kurz: Schon beim Betreten des Saales vernahm das entzückte Piratenohr echte Seemannsklänge, die zum Schunkeln und Mittanzen einluden. Auf Leinwänden tanzten Guybrush und Konsorten um die Wette, von der Decke hingen zu Dekozwecken Pappwellen und Gummihühner, und an den Wänden konnte man so einiges über Guybrushs und Elaines Freizeitaktivitäten erfahren – wer hat beispielsweise gewusst, dass man Guybrush als Model buchen kann?

Wusstet ihr, dass man Guybrush mieten kann? Tja… was manche Leute so alles für Geld tun…
11 Wusstet ihr, dass man Guybrush mieten kann? Tja… was manche Leute so alles für Geld tun…

Stimmungsvoller Hintergrund für zahlreiche Erinnerungsfotos: Melée Island.
12 Stimmungsvoller Hintergrund für zahlreiche Erinnerungsfotos: Melée Island.

Wurde der Grog! Grog! Grog! mal zu schwer, konnte man ihn auf einem stylishen Holzfass absetzen und sich selbst auf einen gefüllten Sack niederlassen, während man das rege und äußerst bunte Treiben beobachtete. Da gab es nämlich nicht nur originelle Kostüme, sondern allgemein spaßige Shirts zu sehen, wie etwa ein Donkey-Kong-Shirt. Die gesamte Atmosphäre war höchst ausgelassen; wie gut es den zahlreichen Gästen gefiel, konnte man nicht zuletzt daran sehen, dass selbst um vier Uhr morgens noch kräftig gefeiert wurde – Grund genug für die Veranstalter, bereits jetzt über eine Neuauflage nachzudenken.

Kein Kostüm, aber das Donkey-Kong-T-Shirt musste unbedingt auf ein Foto; gibt’s laut Auskunft des Trägers allerdings nur in New York – wenn das mal kein guter Grund ist, eine Reise zu tun.
14 Kein Kostüm, aber das Donkey-Kong-T-Shirt musste unbedingt auf ein Foto; gibt’s laut Auskunft des Trägers allerdings nur in New York – wenn das mal kein guter Grund ist, eine Reise zu tun.

Highlights gab’s an diesem Abend so einige; die Veranstalter haben sich redlich Mühe gegeben, einen unterhaltsamen Abend zu gestalten. Ein Höhepunkt war sicherlich der Kostümwettbewerb, bei dem die Konkurrenz von einem Paradebeispiel von einem Piraten über die Planke gejagt wurde: Bob nannte sich der unumstrittene und verdiente Sieger des Bewerbs. Da passte einfach alles, vom Hut bis zu den Schuhschnallen und zurück über die Rumflasche am Gürtel. Um das eigene Outfit vor stilechter Kulisse für die Ewigkeit festzuhalten, offerierten die Veranstalter einen Fotoservice: Melée Island diente geduldig als Hintergrund, während sich vorne einzelne Piraten oder ganze Horden tummelten, munter „Arrrrrrrrr" machten und ihr Bestes gaben, um möglichst, nun ja, piratig zu wirken, ehe sie in den frühen Morgenstunden glücklich und zufrieden nach Hause taumelten. Die Organisatoren haben hier wirklich ganze Arbeit geleistet; bei einer Neuauflage wird deshalb das Piratenoutfit garantiert wieder aus dem Kasten geholt, der Papagei abgestaubt, der Säbel geschwungen und per Straßenbahn in See gestochen. Arrrrrrrrrr!

Hier geht’s übrigens zur offiziellen Website, wo man noch mehr Fotos bewundern kann (www.monkeyislandrevival.com)

 

Copyright © jehane für Adventure-Archiv, 03. April 2008



Wir bedanken uns bei MI-Revival für die freundliche Genehmigung, die Fotos Nr. 1, 4, 6, 10 und 12 zu verwenden. Ebenfalls bedanken wir uns bei party.at, denen wir die Genehmigung für Foto Nr. 3 verdanken. Das Copyright
© für die Fotos 2, 3, 5, 7, 8, 9, 11,13 und 14 liegt bei unserem Redaktionsmitglied Jehane
.

 

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Gut gelauntes Piratenvolk tummelte sich nicht nur vor der Scummbar…
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Gut gelauntes Piratenvolk tummelte sich nicht nur vor der Scummbar…


 … sondern wohnten auch den zahlreichen Aktivitäten bei. Hier: Armdrücken. Der Herr rechts hat übrigens den Kostümwettbewerb haushoch und überlegen gewonnen.
2 … sondern wohnten auch den zahlreichen Aktivitäten bei. Hier: Armdrücken. Der Herr rechts hat übrigens den Kostümwettbewerb haushoch und überlegen gewonnen.

 

Klar, dass echte Piraten auch mal zur *uhm* Waffe greifen müssen. Hier gibt Elaine einem frechen Kerl Saures.
3 Klar, dass echte Piraten auch mal zur *uhm* Waffe greifen müssen. Hier gibt Elaine einem frechen Kerl Saures.

 

Die Scummbar vor dem großen Ansturm…
6 Die Scummbar vor dem großen Ansturm…

 

… und die hübsche Deko dahinter.
7… und die hübsche Deko dahinter.

 

Wenn man mit Kokosnüssen auf leere Bierflaschen schießt…
9 Wenn man mit Kokosnüssen auf leere Bierflaschen schießt…

 

… kommt das heraus.
10 … kommt das heraus.

 

Skelette tanzen nicht nur gern, sie haben auch Durst.
13 Skelette tanzen nicht nur gern, sie haben auch Durst.