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Monet - The Mystery of the Orangery 


Erscheinungsdatum: 08/200
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Entwickler: Media Factory
Publisher: Wanadoo Edition (früher Index+)
Boxshots

Spielsprache: Englisch
(Französische und spanische Versionen wurden ebenfalls veröffentlicht)

 

 

Ein Review von slydos   07. Februar 2003

Leider hat es dieses Adventurespiel vom ehemaligen Publisher Index+ (jetzt Wanadoo) niemals bis nach Deutschland gebracht. Und auch die englische Version, die hier als Vorlage diente, gehört zu den Spielen, nach denen man wirklich suchen muß. Warum das so ist, wird wohl nur Wanadoo erklären können. Auch wenn es sich um ein speziell französisches Thema handelt, so ist dies Adventure mit Lerneffekt nicht nur interessant für Franzosen.

Das Hauptmenü
Das Hauptmenü

Monet begrüßt einen bei jedem Spielstart
Monet begrüßt einen bei jedem Spielstart
Die Geschichte

Wirklichkeit und Fiktion über den berühmten impressionistischen Künstler Claude Monet wurden hier gekonnt verwoben. Tatsächlich verhielt es sich so, daß im Jahre 1927 die Orangerie (vorher ein Gewächshaus für Orangenbäume), die in den Pariser Tuilerien dem Louvre vorgelagert ist, zu einer Ausstellung für Monets Werke umgebaut werden sollte. Monet arbeitete damals zusammen mit dem Architekten Camille Lefèvre und beendete hierfür seinen berühmten Seerosenzyklus.

In unserem Adventure schlüpfen wir in die Rolle des Architekten, der mit dem Künstler in Kontakt treten soll, um das Vorhaben zu besprechen. Aber der Umbau zu einem Museum hat auch Gegner mit ganz speziellen Interessen. In der Rolle des Architekten kommen wir einem Komplott auf die Spur, dessen Ziel es ist, die Orangerie zu zerstören. Natürlich wollen wir das verhindern und reisen dazu in Monets Wohnort Giverny, nach Le Havre, Rouen und Paris.

 

Installation/Start

"Monet - Mystery of the Orangery" kommt auf 1 CD mit englischem Handbuch in einer DVD-Box. Schnell und automatisch installiert sich das Spiel mit 2 MB auf der Festplatte. Obwohl nur für Windows 95 und 98 angegeben, läßt sich "Monet" auch problemlos unter Windows XP installieren und spielen.

Zunächst wird man mit dem guten Claude Monet selbst konfrontiert, der einen höflich nach seinem Namen fragt: hier können verschiedene Spieler ihre Namen eingeben, so daß jeder Spieler seine eigenen Spielstände speichern kann. Beim ersten Start dürfen wir hier, im Garten von Monets Haus in Giverny, ein wenig üben und uns mit der Steuerung vertraut machen, bevor wir in das übersichtliche Hauptmenü mit 7 Menüpunkten gelangen: Start a Game, Load a Game, Practise, Gallery, Settings, Credits und Quit.

Starten wir ein neues Spiel, können wir ein kurzes Intro verfolgen, daß uns die beiden konkurrierenden Projekte in Bezug auf die Orangerie in Form von Zeitungsartikeln vorstellt. Monets künstlerisches Projekt hat gegenüber dem rein kommerziellen Projekt gewonnen und sein Gegner schmiedet einen teuflischen Plan ...

Als Architekt kommen wir gerade in Le Havre an und werden vom Bürgermeister begrüßt - ab dieser Stelle können wir ins Spiel eingreifen.

 

Steuerung/Handling

Monet hat eine kombinierte Maus-/Tastatursteuerung. Wir bewegen uns in 1st-Person-Perspektive in einer 3D-Umgebung mittels der Pfeiltasten. Wir können uns stufenlos und frei damit drehen und bewegen. Mit Strg können wir schneller laufen, Shift läßt uns springen und Esc führt uns ins Hauptmenü zurück. Wenn wir uns über einen holprigen Boden oder kleine Hindernisse wie Bordsteinkanten bewegen, so wird dem bei der Kamerafahrt und auch durch Geräusche Rechnung getragen. Manchmal sind Hindernisse so hoch oder weit, daß wir springen müssen. Alles in allem eine sehr einfache Charaktersteuerung, die mir sogar beim Balancieren über Planken wenig Probleme bereitet hat. Allerdings führt einen der Menüpunkt "Practise" ein wenig in die Irre, da uns Monet dort vollmundig etwas Falsches erklärt: Dort wird einem die Strg-Taste als Sprungtaste angegeben! Also wenig hilfreich! Man verläßt sich besser auf das Handbuch.

Alle Interaktionen, wie Sprechen oder Objekte aufnehmen oder verwenden, werden mit der Maus ausgeführt. Dabei verändert der Cursor eindeutig seine Form. Sobald wir ein Objekt aufgenommen haben, erscheint am unteren Bildschirmrand eine Inventarleiste in die wir das Objekt ablegen müssen. Mit der Leertaste können wir das Inventar wieder öffnen und Gegenstände mit der Maus wieder herausnehmen. Inventarobjekte sind nicht kombinierbar.

Die kombinierte Maus-/Tastatursteuerung ist dort nicht so angenehm, wo wir die Umgebung untersuchen wollen, da wir immer wieder stoppen müssen, um mit der Maus nach Hotspots zu suchen um danach wieder die Pfeiltasten zu benutzen.

Savegames werden unbegrenzt mit einem selbstgewählten Text abgespeichert. Wir können an allen Stellen speichern, auch bei den eingestreuten zeitabhängigen Rätseln.

Die Rückkehr ins Hauptmenü, das Speichern, Laden oder Verlassen des Spiels geht fix - nur innerhalb des Spiels kommt es manchmal zu Verzögerungen und kurzen Wartezeiten beim Laden einer neuen Szene.

Die kombinierte Steuerung bietet einen guten Mittelweg zwischen der angenehmen Bewegungsfreiheit und dem etwas unangenehmen Wechsel zwischen Maus und Tastatur. Auf jeden Fall wird einem nicht so schwindlig wie bei der reinen Maussteuerung von z. B. Dracula aus dem gleichen Hause.

 

Grafik/Sound

Die Grafik von "Monet" ist etwas Besonderes. Der Spieler/die Spielerin bewegt sich sozusagen durch die Gemälde von Monet. Alle Schauplätze wurden nach Bildern von Monet gestaltet und man hat versucht, den Stil des Künstlers so gut als möglich zu übernehmen. Das ist auch außerordentlich gut gelungen, sei es in dem aus hellen, leuchtenden Punkten zusammengesetzten Garten von Monets Haus oder den pastellfarbenen Gassen von Rouen. Man kann in den Bahnhof von St. Lazare hineingehen und sich zwischen den Zügen umschauen - herrlich! Aber nicht nur die wunderschönen Szenen sind vollkommen in 3D gestaltet, auch die vielen Charaktere, denen wir begegnen. Sei es Monet selbst (einem Selbstbildnis nachempfunden) oder die Kastanienverkäuferin, der Polizist, Fahrkartenverkäufer, der Kapitän oder Schaffner - alles Figuren aus Monets Gemälden. Die Lippensynchronität ist nicht immer so ganz gelungen und sie sehen noch etwas 3D-eckig aus, aber ihre Bewegungen wirken schon sehr echt.

Animationen, wie sich bewegendes Wasser oder eine summende Biene sind selten, wenn aber eingesetzt, dann bereichern Sie das Bild unterstützt von einer Reihe von passenden Geräuscheffekten und einer immer spürbaren aber dezenten Geräuschkulisse, z. B. aus Leisem Vogelzwitschern und dem leisen Hauchen des Windes. Die englische Sprachausgabe ist, wie soll ich es sagen, sehr britisch! Das ganze ist ausdrucksvoll und gut verständlich. Untertitel fehlen allerdings.

Eine schöne Zugabe ist die Gallery im Hauptmenü, die viele im Spiel verwendeten Gemälde Monets beinhaltet. Man bekommt hier eine Beschreibung jedes Bildes und kann es sich auch in Großaufnahme anzeigen lassen.

 

Rätsel

Ein großer Teil der in "Monet" verwendeten Rätsel sind objekt-/inventarbasierend. Dabei handelt es sich um leichte Rätselkost, da nur rätselrelevante Hotspots erscheinen, es nur wenige Inventarobjekte gibt und der Spielverlauf sehr linear ist.

Verschärft wird der Schwierigkeitsgrad allerdings durch zeitlich limitierte Rätsel, so muß man z. B. einige Dinge erledigen um einen abfahrenden Zug noch zu bekommen. Diese zeitabhängigen Rätsel sind jedoch auch mit relativ wenigen Versuchen lösbar und lassen keinen Frust aufkommen. Sollte man eine Aufgabe nicht in der ablaufenden Zeit schaffen, so gibt's ein Game Over. Man kann außerdem sterben, wenn man z. B. in einen vereisten Bach fällt. Speziell beim Schlußrätsel wird man mehrere Versuche benötigen, um die Bombe zu entschärfen, die die Orangerie in die Luft jagen soll.

Selbst bei mehrmaliger Wiederholung der zeitabhängigen Rätsel wird man nicht mehr als 5 Stunden benötigen, um "Monet" durchzuspielen.

 

Fazit

"Monet - Mystery of the Orangery" ist als Unterhaltung für die ganze Familie gedacht und unterhaltend ist es tatsächlich trotz seiner Kürze. Die Idee, ausschließlich Werke von Monet als Spielkulisse zu verwenden ist außergewöhnlich und ein wunderbarer Augenschmaus. Der Lerneffekt zum Thema Monet erfolgt ganz nebenbei. Der Schwierigkeitsgrad ist der Zielgruppe Familie angepaßt und es muß auch nicht auf Spannung verzichtet werden. Abstriche gibt's für das etwas gewöhnungsbedürftige Umschalten beim Handling und der sehr kurzen Spieldauer. Wer auf herausfordernde und langdauernde Rätselkost Wert legt, sollte lieber die Finger davon lassen.

 

Bewertung: 65 %

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Voraussetzungen:

  • P II 233 Mhz
  • 32 MB RAM (64 MB bei Windows 98)
  • 16-bit Soundkarte
  • 3D Grafikkarte
  • 8x CDROM
  • kompatibel mit DirectX
  • Windows 95/98

Gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

Der Garten in Giverny
Der Garten in Giverny

Monets Widersacher
Monets Widersacher

Der Bürgermeister von Le Havre#
Der Bürgermeister von Le Havre

Das Inventar wird mit der Leertaste geöffnet
Das Inventar wird mit der Leertaste geöffnet


Flucht über die Dächer?
Flucht über die Dächer?

Die Kastanienverkäuferin
Die Kastanienverkäuferin

Eine diebische Elster
Eine diebische Elster

Die Kathedrale von Rouen
Die Kathedrale von Rouen


Im Atelier
Im Atelier

Die Orangerie
Die Orangerie

In der Galerie kann man sich mit MOnets Werken vertraut machen
In der Galerie kann man sich mit Monets Werken vertraut machen

 

Mehr Screenshots

 

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 07. Februar 2003

 

 

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