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Mutation of J. B. 


Erscheinungsdatum: 1995/96
Entwickler: NEO/
Riki Computer Games (heute Mayhem Studios, Slowakei)

Publisher: Topware
Spielsprache: Deutsch

Homepage
Boxshots
Lösung deutsch

 

 

Ein Review von   André   27. August 2002

 

Ob es wohl daran liegt, dass das Comic-Adventure "Mutation of J. B." etwas in Vergessenheit geraten ist, weil es eigentlich für DOS konzipiert wurde oder ob es mit der auf den ersten Blick sehr putzigen, fast schon kindlichen Grafik zusammenhängt, weiß ich nicht. Ich habe das Spiel aber mit meinem Pentium 1 unter Windows 95 problemlos zum laufen gebracht und wurde in keinster Weise enttäuscht. Denn "Mutation of J. B." entwickelte sich zu einem unerwarteten Highlight und spielt mit der kindlichen Grafik, um dann die gemeinen Szenen noch fieser wirken zu lassen.

 

Grafik

"Mutation of J. B." ist ein klassisches Comic-Adventure in der 3rd-Person-Perspektive. Dem Alter des Spiels entsprechend und etwas gewöhnungsbedürftig sieht man im Intro nur einzelne Abschnitte anstatt eines Films. Zusätzlich bricht mit jedem Wechsel auch die Musik ab und setzt dann bei jeder Szene neu ein. Das wirkt dann aus heutiger Sicht ein wenig aneinandergestückelt. Es gibt im ganzen Spiel auch keine scrollenden Übergänge, aber im laufenden Spiel stört dieses in keinster Weise. Denn man merkt schnell, dass "Mutation of J. B." mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. Ich möchte J. B. vom Stil her auch nicht mit anderen Spielen vergleichen, da es sehr eigenständig ist. Nur zur Orientierung: Von der grafischen Qualität ist J. B. in etwa mit "Bud Tucker" oder "3 Skulls of the Toltecs" gleichzusetzten. Wie schon erwähnt ist die Grafik poppig bunt und die Animationen wirken sehr niedlich und wenn das Schweinchen dann nur mit einem Hemdchen bekleidet mit dem Kopf immer von rechts nach links (oder von links nach rechts?) wackelnd läuft, sieht das schon recht putzig aus, aber wie so oft (wie z.B. bei "Toonstruck") trügt der Schein, denn.....

 

Handlung

...... "Mutation of J. B." hat es faustdick hinter den Ohren, wie man so schön sagt. Ich möchte nicht zu viel verraten und daher nur eine kurze Beschreibung der Grundsituation geben: Johnny Burger will nach langer Zeit mal wieder seinen Cousin besuchen, findet ihn aber nicht zu Hause vor, sondern trifft nur einen Professor, der mit dem Cousin ein Experiment veranstalten wollte. Der Professor, welcher schon länger interessiert von Aliens beobachtet wird, bittet Johnny daher, anstatt des fehlenden Cousins als Versuchskaninchen herzuhalten. Bei dem Versuch kommt es durch die Aliens zu einem Unglück und Johnny wird in eine Mutation mit Menschenfigur und Schweinchenkopf verwandelt. Soweit die Ausgangssituation und mehr möchte ich wie gesagt auch nicht verraten, um nichts vorwegzunehmen! Nur soviel: der Humor ist teilweise recht derbe makaber! Dabei kommt der Witz aber sehr puristisch rüber und wirkt nicht aufgesetzt. Der Hersteller spricht auf seiner Homepage auf jeden Fall von einer überraschenden Wendung. Das kann ich nur bestätigen. Auf jeden Fall gibt es ohne Ende witzige Einfälle und man merkt dem Hersteller-Team an, dass sie mit viel Spaß und Enthusiasmus bei der Sache waren. Lediglich die Schlusssequenz hätte etwas länger ausfallen können.

 

Sound

"Mutation of J. B." besitzt deutsche Sprachausgabe, jedoch konnte ich das Spiel unter Windows 95 leider nur ohne Sprachausgabe spielen, was zwar ein bisschen schade, aber so dramatisch dann auch wieder nicht ist, denn die Texte sind gut lesbar und hervorragend in das Spiel integriert, so dass es mir schon nach kurzer Spieldauer kaum noch aufgefallen ist. Es ist zudem möglich, zu wählen, wie lange die Texte eingeblendet sind und bei mehreren Textabschnitten hintereinander den gerade zu lesenden Text weiterzuclicken. Auch die schöne, fast ausschließlich elektronische Musik ließ die fehlende Sprachausgabe bei mir schnell vergessen. Sie ist oftmals recht lieblich und verstärkt damit den niedlichen Charakter des Spiels, wird aber dann an den passenden Stellen auch mal etwas lauter.

 

Steuerung

"Mutation of J. B." lässt sich komplett mit der Maus spielen und besitzt wie die meisten älteren Adventures die typischen Befehle wie "Nimm" und "Gehe" am unteren Bildschirmrand. Sie sind sehr übersichtlich angeordnet und das Wichtigste ist: Das ganze Spiel lässt sich mit nur fünf Befehlen spielen und während man bei vielen anderen älteren Adventures erst noch mühselig den richtigen Befehl unter 10 oder mehr aussuchen muss, geht die Befehlauswahl hier dementsprechend schnell. Zudem ist die linke und rechte Maustaste schon mit 2 Befehlen wie "Gehe" oder "Schaue" belegt. Im Laufe des Spiels sammeln sich recht viele Gegenstände an und irgendwann ist es etwas nervig, wenn man länger durchs Inventar clicken muss, um den entsprechenden Gegenstand zu finden. Glücklicherweise entleert sich das Inventar etwa in der Mitte des Spiels von alleine, und danach bekommt man dann nicht mehr ganz so viele Gegenstände.

 

Fehler

Wie so oft bei älteren Adventures läuft auch "Mutation of J. B." fast reibungslos. Das hängt wohl damit zusammen, dass diese Spiele noch nicht so komplex aufgebaut sind wie die neueren 3D-Adventures. Zum anderen war es einfach noch nicht üblich, dass der Spieler in dem Maße als Beta-Tester missbraucht wurde, wie es heute oft üblich ist. Dennoch sollte man (wie eigentlich bei jedem Adventure) regelmäßig speichern, denn einige wenige Fehler gibt es doch. Wenn ich z. B. unmaskiert der nackten Frau Fisher im Bad einen Besuch abstatte und dementsprechend verdientermaßen von Ihr rausgeworfen werde, verwandelt sich unser Held in einen Pixelbrei. Auch muß Johnny im Laufe des Spiels zwei Mal mit einem Eimer Wasser an einem Fluss holen. Ich habe es aber noch ein drittes mal gemacht, was einen Ausstieg des Spiels zur Folge hatte. Bis auf ein, zwei andere kleinere Bugs war´s das aber schon und auch Sackgassen scheint es nicht zu geben.

 

Rätsel

Das Spiel ist nicht linear, so dass man mal hier und mal da schauen kann, ob man weiterkommt, so dass hinterher oft alles einen "logischen" Sinn ergibt. Das hat zudem den Vorteil, dass der Spieler öfters kleine Erfolge verzeichnen kann, was die Motivation fördert und den Spielfluss steigert.

Überhaupt sind fast alle Rätsel so aufgebaut, dass es möglich ist, sie mit ein bisschen Fantasie zu knacken. Dazu muss man auch schon mal die ungewöhnlichsten Gegenstände (auch innerhalb des Inventars) miteinander kombinieren, was aber wie so oft einen Teil des Reizes (und Witzes) bei Comic-Adventures ausmacht. Letztendlich kam ich aber hinter die meisten Rätsel, wobei ich aber das eine oder andere Mal in die Lösung schauen musste. Manchmal habe ich aber nur einen Gegenstand übersehen, der schon mal recht gut in der Landschaft versteckt ist, aber manchmal wurden die Rätsel auch richtig knackig..

Die meisten Rätsel lassen sich durch das Kombinieren von Gegenständen lösen. Die Gespräche dienen hauptsächlich dazu, um die Handlung voranzutreiben oder einfach nur um den Spieler zu amüsieren. Hinhören (bzw. -lesen) sollte man aber trotzdem genau, denn oftmals erhalten die Gespräche auch gute Hinweise.

Ebenfalls positiv finde ich es, dass man in dem Spiel nicht sterben kann. Auch die bei mir nicht gerade beliebten Zeiträtsel und Labyrinthe sucht man bei "Mutation of J. B." zum Glück vergeblich.

 

Länge

Leider habe ich die Zeit nicht gemessen, aber ein Vorteil bei älteren Adventures gegenüber den meisten heutigen ist ihre Länge. Und so ist man auch bei J. B. etliche Abende beschäftigt, bis es dann leider zu Ende ist. Ich gebe mal als "etwas" ungenaues Längemaß 5 - 6 längere Zockabende an.

 

Fazit

J. B. ist ein rundum gelungenes Adventure mit toller Story, die sich rasant weiterentwickelt und kommt fast ohne Durchhänger und Schwächen aus. Da sowohl die Rätsel als auch die Story ausgesprochen originell sind, ist es bedenkenlos jedem Spieler zu empfehlen, der witzige und bunte Comic-Adventures mag und etwas älterer Grafik aufgeschlossen ist. Daher gefällt mir J. B. besser als so manches neuere Adventure und zählt wie gesagt zu den unerwarteten Highlights! Deshalb habe ich bei der Bewertung das Alter der Grafik nicht berücksichtigt.

 

Gesamtwertung: 81%

  

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100%  sehr gutes Spiel  (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79%    gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69%    befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59%    ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49%    ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0%  bis 39%    grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemanforderungen:

  • DOS 6.0
  • IBM kompatibles System mit 386 Mikroprozessor
  • Speicher: 520 KB konventionell und 2 MB EMS
  • Festplattenplatz: 50 MB frei
  • Double-Speed CD-ROM Laufwerk

Gespielt unter:

  • Windows 95
  • Pentium 1
  • 32 MB RAM
  • Soundblaster 16
  • 4fach-CDRom-Laufwerk
 

 


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Copyright © André für Adventure-Archiv, 27. August 2002

 

 

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