| Nancy
Drew 22 - Trail of the Twister
Erscheinungsdatum: Juni 2010
Entwickler/Publisher: Her
Interactive
Spielsprache und Handbuch: Englisch
Altersfreigabe: ESRB E (Mild Violence / Comic Mischief)
Homepage
Boxshots
Ein Review von MaryScots 15. November 2010
Story
In ihrem 22. PC-Abenteuer wird Nancy Drew von P.G. Krolmeister -
seines Zeichens Erfinder und aufmerksamen Serienfans als Markenproduzent allerlei
technischer Utensilien und Geräte bekannt - in ein Team von Tornadoforschern der Canute
University eingeschleust. Deren Feldarbeit wird nämlich immer wieder von merkwürdigen
Unfällen gestört, die stark nach Sabotage schnuppern. Nancy soll sich möglichst
unauffällig verhalten, allerlei Aufgaben erledigen, die sie von den Teammitgliedern
erhält, und dabei natürlich Augen und Ohren offen halten, um den Zwischenfällen auf den
Grund zu gehen.
Wie eigentlich immer bei Nancy Drew lernen wir auch so einiges über
das Thema; historisches und wissenschaftliches über Tornados, Wettersymbolik,
Wolkenformationen etc. Die Korrektheit dieser Informationen hat dabei wieder den gleichen
hohen Stellenwert wie die Authentizität der Ortsansässigen von "Tornado Alley"
in der Mitte Nordamerikas. Denn wer schon beim normalen amerikanischen Akzent
Verständnisprobleme hat, wird sich in diesem Fall (wie ausnahmsweise auch mal ich selbst
;-) ) über die Untertitel freuen.
Installation/Steuerung
Das Spiel kommt auf zwei CDs in einer normalen DVD-Box (und in
meinem Fall zusätzlich mit einem Pappschuber mit aufklappbarem Cover versehen). Das
hängt davon ab, wo man geordert hat, beim Händler oder direkt beim Publisher, was für
uns in Deutschland meist nur über den eBay-Umweg funktioniert.
Die Installation verlief auf meinem System gewohnt reibungslos. Nach
Nancys Einführung können wir uns an Ihrem Schreibtisch über den vorliegenden Auftrag
informieren, in Ihrer Fallsammlung schmökern und im Lehrbuch für Amateurdetektive
nachlesen, wie das Spiel gesteuert wird und was es eventuell für Neuerungen gibt.
Das Fotohandy mit Wecker und PC-Anschlußfunktion kennen wir bereits
aus dem letzten Abenteuer und ein GPS gab es auch schon einmal in Danger on Deception
Island. Dieses Mal geben wir die Koordinaten jedoch nicht selbst ein, sondern wählen
unsere Start- und Zielpunkte aus einer Liste. Wenn es dann mit dem Auto losgeht, kommen
unweigerlich Erinnerungen an Secret of the Old Clock auf, in dem man Nancys
Fahrzeug auch durch Mausbewegung über die Straßenkarte steuern musste, nur war man dort
der einzige Fahrer. In Trail of the Twister gibt es viele andere Autos und wenn man
zu oft Unfälle baut und sein Fahrzeug schrottet, heißt es "Game Over", jedoch
wie immer mit der Möglichkeit, es nochmals zu versuchen.
Das Spiel ist bis auf eine Ausnahme, bei der man zum Eintippen von
Buchstaben die Tastatur benötigt, komplett mausgesteuert. Am unteren Bildrand finden wir
wie immer links die Icons für das Inventar, Nancys Notizbuch, die Checkliste (nur im
Junior-Modus) und Nancys Foto-Handy, welches durch das GPS-Gerät ersetzt wird, solange
wir mit dem Auto unterwegs sind. In der rechten unteren Ecke haben wir ebenfalls über
entsprechende Icons Zugang zu den Spieleinstellungen, die Lade- und Speicherfunktion und
den Button zum Beenden des Spiels.
Rätsel
Hatten die Entwickler in Warnings at Waverly Academy was die
Rätsel betraf erfreulicherweise erst noch zu den Wurzeln der Serie zurückgefunden, so
sind sie im vorliegenden Teil schon wieder meilenweit vom Weg abgekommen. Obwohl die
Fallbeschreibung förmlich nach Rumschnüffeln, Kombinieren und Geheimnisse aufdecken
schreit, werden wir und damit Nancy am Einsatzort zum Laufburschen degradiert und kommen
aus der Rolle auch nicht mehr wirklich heraus. Ich könnte jetzt eine schier endlose Liste
anfangen, was Nancy alles erledigen muss: vom Akten sortieren über Mäuse fangen bis hin
zu diversen Reparaturarbeiten ist alles dabei und mit wenigen Ausnahmen meist im Format
eines Minispiels, wie z. B. Wack the Dog, welches auch nicht zum ersten Mal in einem
ND-Adventure auftaucht. Wirklich knifflig ist dabei kaum eine der Aufgaben, es ist mehr
die Wiederholung, die nerven kann und die Frage, ob der eigene Grips vor Ende des Spiels
überhaupt noch gefragt wird.
Wenn es wenigstens mal etwas Interessantes zu entdecken gäbe bei
diesen Spielchen, was speziell unsere Kombinationsgabe auf den Plan riefe, damit wir das
Gefühl bekommen könnten mitzurätseln! Stattdessen "gewinnen" wir ein Spiel
nach dem anderen wie bei einem Wettkampf und bekommen als "Belohnung" die
Lösung praktisch automatisch geliefert. Und falls man doch mal nicht weiter weiß, kann
man auch in diesem Abenteuer Hilfe per Handy suchen, z.B. bei den Hardy Boys. Oder aber
man vertreibt sich die ideenlose Zeit mit dem Zusammensetzen von Lüftern in der Werkstatt
bzw. mit einem Automatenspiel in Pas Laden; bei beiden Beschäftigungen können wir die
sogenannten Pa-Pennys verdienen, die wir wiederum gegen Süßigkeiten eintauschen können.
Das ist kein Detektiv-Adventure, sondern der erfolgreiche Versuch,
eine klassische Adventureserie auf Casual-Game-Niveau zu reduzieren. Da hatte Danger by
Design, das die bisher niedrigste Bewertung aller Nancy-Drew-Titel hier im Archiv
erhalten hat, eine Menge mehr Schnüffelstoff zu bieten. Nicht mal das Finale empfand ich
als Erfolgserlebnis und es ist schon schade, wenn man der Auflösung nicht einmal das
abgewinnen kann. Jüngere Spieler/innen mögen mehr Spaß an diesem Abenteuer haben,
bekommen aber einen verfälschten Eindruck eines Adventurespiels, falls dies ihr erster
Ausflug ins Genre sein sollte.
Grafik/Sound
Weder grafisch noch soundtechnisch bietet Teil 22 etwas Neues. Her
Interactive setzt weiterhin auf die bewährte und einfach zu bedienende Ich-Perspektive.
Die NPCs entwickeln sich ja schon seit geraumer Zeit gemächlich weiter in Bezug auf Mimik
und Gestik, welche glaubhaft und auflockernd wirken. Animationen sind hauptsächlich an
einen Zweck gebunden und dienen nur selten der Verschönerung bzw. hauchen nur wenigen
Szenen Leben ein.
Die Stimmen passen gut zu den Charakteren und, wie ich weiter oben
schon erwähnte, bei den Einheimischen auch zum Schauplatz. Die ländliche Fiedelmusik,
die im Hintergrund meist zu hören ist, habe ich jedoch etwas leiser gestellt, weil sie
zwar zur Umgebung und dem Thema passt, sich aber häufig wiederholt. Da reichen mir die
Umgebungsgeräusche als Untermalung völlig aus.
Fazit
Eins, zwei, drei im Sauseschritt geht die Zeit, doch manche kommen
nicht mit. In diesem 22. Teil der populären Detektiv-Reihe blieb offenbar nicht genug
davon, um ein ansprechendes Rätseldesign auszuarbeiten. Was auch nicht wundert, wenn man
berücksichtigt, dass in diesem Sommer auch noch die Neuauflage des ersten
Nancy-Drew-Adventures Secrets Can Kill anstand und natürlich auch bereits der 23. Teil Shadow
at the Waters Edge in Entwicklung war, der gerade erschienen ist.
Trail of the Twister ist der bisher schwächste Teil der Serie
und ich vermute, dass auch die Zielgruppe, die wesentlich jünger ist als ich, nicht das
etwas erzwungene Finale abwarten muss, um zu ergründen, wer für die Sabotageakte
verantwortlich ist. Ich hoffe nun, dass man den Ideenreichtum und das gute Rätseldesign,
die ich hier beide schmerzlich vermisst habe, in Nancys nächstes Abenteuer investiert
hat.
Bewertung: 60%
Bewertungssystem Adventure-Archiv:
- 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
- 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
- 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
- 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
- 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für
Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
- 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)
Minimale Systemvoraussetzungen:
- Windows XP / Vista / 7
- 1 GHz (+) Pentium III Prozessor oder gleichwertig
- 256 MB RAM (XP) / 1 GB (Vista, 7)
- 32 MB DirectX 9.0 kompatible Grafikkarte
- 16 Bit DirectX kompatible Soundkarte
- 1 GB (+) freier Festplattenspeicher
- 24x CD-ROM-Laufwerk
Gespielt auf:
- Windows 7 Professional
- Intel i5 Dual Core 3,2 GHz
- 4 GB RAM
- 16x DVD-ROM SH-D163B Samsung
- ATI Radeon HD 5700 1 GB Grafikkarte
- Digitalaudio onboard Sound
Copyright ©
MaryScots für
Adventure-Archiv,
15. November
2010
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Die Fallbeschreibung

Kaum ist Nancy angekommen, bekommt sie auch gleich ihre Aufgaben
erteilt

zum Beispiel die seltsam gekennzeichneten Akten sortieren

Der defekte Fernseher immerhin kommen Erinnerungen an den letzten
Fall durch

Mit einem Quiz lernen wir mehr über die Gefahren unseres Aufenthaltsortes

Wie immer realitätsnah diese Wettersymbole werden noch nützlich
sein

Scott Varnell, der desillusionierte Wissenschaftler und Teamleiter...

In diesem Minispiel
versuchen wir uns an der Positionierung von Warnsirenen

Nicht Frosty, der Schneemann, sondern Wetterfotograf Frosty, der uns auf
die Jagd nach

Wolkenformationen schickt.

Pa ist der kauzige aber liebenswerte Ladenbesitzer

Die Karte des Navigationsgerätes
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