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Nancy Drew 13 -
Last Train to Blue Moon Canyon 


Erscheinungsdatum: 09/2005
Entwickler: Her Interactive
Publisher: Atari


Boxshots

ESRB: Everyone (keine Altersbeschränkung)

 

 

Ein Review von slydos   17. Oktober 2005

 

Da ist sie wieder, unsere Meisterdetektivin, zum zweiten Mal in diesem Jubiläumsjahr! Und diesmal wieder zurück in der Gegenwart von ihrem Ausflug in die Dreißiger des vorigen Jahrhunderts mit einem flatschneuen Fotohandy von Daddy! Und diesmal trifft sie auch endlich die legendären Hardy Boys persönlich! Wozu wird diese geballte Ladung von Detektivkraft gebraucht?

 

Geschichte

Lori Girard ist die verwöhnte Tochter aus sehr reichem Hause, die nichts anderes im Sinn hat, als berühmt zu werden. Das Geld ihres Daddys hat die junge Dame nun für einen ganz besonderen Event eingesetzt. Zu einer Fahrt mit einem über hundert Jahre alten, restaurierten Zug hat sie die ihrer Meinung nach besten Ermittler des Landes eingeladen und sie sind alle gekommen, obwohl niemand weiß, welchen Grund und welches Ziel die Reise haben soll:

Da ist zunächst Charleena Purcell, Schriftstellerin und Kennerin des amerikanischen Westens, der Nancy Drew-Fans schon in Folge 10, Secret of the Shadow Ranch, zumindest telefonisch begegnet sind. Weiter treffen wir auf John Grey, einen Geisterjäger mit eigener Fernsehshow und Tino Balducci, einen Polizisten, der gerade durch die Lösung eines Kriminalfalls Schlagzeilen gemacht hat. Und nicht zuletzt die Hardy Boys als berühmte Amateurdetektive. Die Hardy Boys wiederum haben Nancy Drew - mit Erlaubnis von Lori - eingeladen. 

Nachdem sich die illustre Gesellschaft im Speisewagen versammelt hat, erklärt ihnen Lori, worum es geht: dieser Privatzug gehörte einem gewissen Jake Hurley, der angeblich eine Goldmine entdeckt haben soll. Sie sind auf dem Weg nach Copper Gorge. Dort wurde der Zug vor über hundert Jahren verlassen aufgefunden. Der Lokführer war tot und es gab keine Spur von Jake. Noch hinzuzufügen ist, daß Jakes Ehefrau Camille einige Zeit vorher in diesem Zug gestorben ist und in Copper Gorge begraben wurde. Ihr Geist soll nach Jakes Aufzeichnungen immer noch im  Zug herumspuken. Die Gäste sollen Jakes Goldmine finden. Aber während der Zug durch einen Tunnel fährt, verschwindet die Gastgeberin spurlos vor den Augen der Gäste ...

 

Handling

Erstmalig in der Nancy-Drew-Serie finden wir 2 CDROMs in der Box vor. Nach der Installation, bei der wie immer das eigene System auf genügend Ressourcen geprüft wird, müssen wir zum Spielen, das ist neu,  die erste CD im Laufwerk belassen. Wir können zwischen Kompaktinstallation mit 650 MB auf der Festplatte oder Vollinstallation wählen, für die 1 GB Platz benötigt wird.

Wir sind in den bisherigen Nancy Drew-Spielen bereits sehr gut mit der Benutzeroberfläche bedient worden und daran hat Her Interactive nichts geändert, außer daß Nancys Handy diesmal noch eine praktische Fotofunktion hinzugefügt wurde, die uns bei der Rätsellösung zugute kommt.

Auch "Last Train to Blue Moon Canyon" ist wieder ein 1st-Person-Spiel und wird ausschließlich mit der Maus gesteuert. Die gewohnt einfache Steuerung wird zusätzlich noch in einem Ingame-Tutorial demonstriert.

Es gibt kein lästiges Überschreiben alter Savegames, die Anzahl ist nicht begrenzt. Das zuletzt gespeicherte Spiel ist immer an erster Stelle zu finden.

Die To-Do-Liste oder das Tagebuch machen uns im Junior-Modus durch Markierungen darauf aufmerksam, wenn ein neuer Punkt hinzugefügt wurde. Die To-Do-Liste bleibt im Senior-Modus leer. 

Alle Funktionen sind leicht überschaubar, wie gehabt praktisch und äußerst benutzerfreundlich.

 

Rätsel

Wie immer können wir zu Beginn zwischen Junior- oder Senior-Detective wählen. Im Senior-Mode fällt die sehr hilfreiche To-Do-Liste weg und die telefonische Hilfestellung durch Bess Marvin, die Rätsel bleiben allerdings die gleichen.

Wer erwartet hat, daß man als Spieler ebenfalls in die Rollen der Hardy Boys schlüpfen muß, der wird - bis auf eine winzige Ausnahme - enttäuscht. Die Hardys überlassen das ganze Gerenne und die meisten Recherchen gerne ihrer Freundin Nancy.

Neben einigen Objekt-/Inventarrätseln stoßen wir zum überwiegenden Teil auf die Nancy-Drew-typischen Kodier- bzw. Dekodierrätsel, bei denen wir durch Kombination von Schlüsseln und Hinweisen zur Lösung gelangen. Gefallen hat mir dabei ein sehr verstreutes Puppenrätsel und ebenfalls originell ist ein Rätsel mit Tanzschritten. Insgesamt jedoch fehlte mir aber die Originalität im Rätseldesign der früheren Spiele, oftmals wurden Variationen allzu bekannter Rätsel eingesetzt wie z. B. Solitär oder das Fährmannrätsel. Ebenfalls etwas langweilig fand ich die häufigen Wiederholungen von Rätseltypen, wie z. B. bei den Rohrverbindungen.

Gefehlt hat mir auch die Hintergrundrecherche, die Nancy sonst per Telefon oder Internet betreibt. Diesmal lernen wir, außer einigen mineralischen Fakten, nicht viel Neues hinzu.

Es gibt einige Fixpunkte im Spiel, die wir nur erreichen können, wenn wir gewisse Rätsel bereits gelöst haben. Diese Rätsel können allerdings in beliebiger Reihenfolge angegangen werden.

Wir müssen mehrere Geschicklichkeitsaufgaben unter Zeitdruck bewältigen, die aber diesmal nicht allzu schwer ausfallen: beispielsweise das fließbandmäßige Einsortieren von Bonbons (ja, auch in den entlegendsten amerikanischen Orten gibt's geschäftstüchtige Touristenfallen). Rasant ist auch eine Lorenfahrt à la Indiana Jones, bei der wir die richtige Fahrtroute bestimmen müssen. Wer das Endgame des ausgezeichneten Kinderadventures Gast kennt, weiß, was ich meine. Sollten wir dabei in ein mögliches Game-Over stolpern, hilft uns die praktische Second-Chance-Funktion aus der Bredouille.

Der Schwierigkeitsgrad bleibt im unteren bis mittleren Bereich und beschränkt die Spiellänge auf ca. 12 - 15 Stunden. Damit ist dieses 13. Spiel nicht, wie erwartet, komplexer und länger als sein Vorgänger geraten.

 

Grafik/Sound

Grafisch hat man diesmal erneut ein Schüppchen zugelegt. Zum einen sind die Videoszenen häufiger und länger, besonders Loris Eingangsbriefing war spannend und ausgezeichnet geschnitten. Zum anderen wurden Animationseffekte, wie Licht- und Schatteneinfall im fahrenden Zug auf die Sekunde genau getimed. Darüber hinaus klangen die entsprechenden Geräusche extrem realitätsnah.

Ebenfalls von gewohnt guter Qualität sind Sprachausgabe und die Körper- und Gesichtsanimationen der diesmal insgesamt 7 sichtbaren Charaktere. Während man jedoch bei den Charakteren zugelegt hat, hält sich die Anzahl der Schauplätze in engen Grenzen und bietet nicht viel Auslauf für Klaustrophobiker. Da ist der Zug mit seinen verschiedenen Waggons, das kleine Geschäft und die Grabstelle in Copper Gorge und schließlich das Minenlabyrinth.

 

Fazit

Ich hatte mehr erwartet und war ehrlich gesagt etwas enttäuscht, daß  Rätsel und Locations nicht so wirklich originell und spannend waren. Die Geschichte ist zwar gut durchdacht und erzählt und spiegelt sich in sehr unterhaltenden Dialogen wieder, von denen ich gern noch mehr gehört hätte. Aber man hat hier nicht wirklich den großen Wurf für das Jubiläumsjahr gelandet sondern ein solides und professionelles aber eher schlichtes Produkt ohne große Höhepunkte geschaffen. So reiht sich Nancy Drew 13 - Last Train to Blue Moon Canyon in die Zahl der guten, aber nicht aufregenden Spiele der Serie ein. Für das nächste Jahr ist bereits Nancy Drew 14 - Danger by Design mit Schauplatz Paris geplant.

 

Gesamtwertung: 75%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 98/ME/2000/XP
  • Pentium II 400 Mhz
  • 64 MB RAM
  • 300 MB freier Festplattenplatz
  • 16 bit Farbgrafik- und Soundkarte
  • 12fach CDROM-Laufwerk

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Ultima Artec)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

 

 

 

 

nancy13review023.jpg (17107 Byte)

 

Lori Girard begrüßt ihre Gäste
Lori Girard begrüßt ihre Gäste



Charleena Purcell ist nicht von ihrem Laptop zu trennen. Zitat: "Whoever invented the cellular modem, that's whom you should thank, dear."
Charleena ist nicht von ihrem Laptop zu trennen. Zitat: "Whoever invented the cellular modem, that's whom you should thank, dear."



Endlich im Bild: die Hardy Boys
Endlich im Bild: die Hardy Boys



Jake und Camille Hurley - um sie dreht sich alles
Jake und Camille Hurley - um sie dreht sich alles

 

Hin und her geht's über die langen Gänge des Zuges
Hin und her geht's über die langen Gänge des Zuges

 

John Grey hat seine Ghostbuster-Technik aufgebaut
John Grey hat seine Ghostbuster-Technik aufgebaut

 

Camilles Stickmuster spielen eine Rolle
Camilles Stickmuster spielen eine Rolle

 

Jake hat einige außergewöhnliche Geräte erfunden
Jake hat einige außergewöhnliche Geräte erfunden

 

Die Hurleys hatten eine große Puppensammlung
Die Hurleys hatten eine große Puppensammlung

 

In Copper Gorge wird man wie in Disney Land empfangen
In Copper Gorge wird man wie in Disney Land empfangen

 

Beim Hamburger-Design muß man die Ohren offen halten
Beim Hamburger-Design muß man die Ohren offen halten

 

Jakes Mine bietet einige fantastische Ansichten
Jakes Mine bietet einige fantastische Ansichten

 

Mehr Screenshots

 

 

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 17. Oktober 2005

 

 

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