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Nancy Drew 4 - Treasure in the Royal Tower 


Erscheinungsdatum: 08/2001
Entwickler: Her Interactive
Publisher: Dreamcatcher Interactive

Lösung englisch
Boxshots
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Ein Review von slydos   27. Juni 2002

Nancy Drew - Treasure in the Royal Tower - ist das vierte Adventure von Her Interactive nach der erfolgreichen Buchreihe. Es ist wieder speziell als Adventure für Mädchen im Teenageralter ab 11 Jahren gedacht. Die junge Detektivin Nancy macht diesmal Ski-Urlaub in Wisconsin. Sie und zwei andere Gäste werden allerdings durch einen Blizzard im Haus festgehalten. So kommt sie dazu, ihre Unterkunft etwas näher zu untersuchen. In den 20er Jahren hat der Exzentriker Ezra Wickford das Haus im Stil einer Burg gebaut. Zusätzlich hat er aus Frankreich den Originalturm eines Schlosses herübertransportieren und einbauen lassen, in dem Marie Antoinette, Gemahlin von Ludwig XVI., vorübergehend logiert hat. Natürlich stößt Nancy wieder auf einige mysteriöse Vorkommnisse die schließlich in einer Schatzsuche enden.


Nancy schreibt nach Hause
Nancy schreibt nach Hause - Alle gesprochenen Worte könen auch unten links nachgelesen werden

Während die bisherigen Nancy-Drew-Spiele mir durchaus glaubwürdig erschienen, habe ich diesmal doch einige Zweifel. Natürlich befindet sich der Schatz irgendwo im französischen Turm. Aber, mal ehrlich, wenn ein solches Bauwerk transportiert worden wäre, hätte man es dann nicht auseinandergenommen und am Ziel wieder zusammengebaut? Und hätte man dann nicht zwangsweise den Schatz bereits vorher entdecken müssen? Wenn Nancy also ihren Skiurlaub in den französischen Alpen verbracht hätte, wäre die Story durchaus stimmig, so finde ich sie an den Haaren herbeigezogen.

Das Spiel auf 1 CDROM (es gibt nur die US-Version) und die Anleitung gibt es in einen stabilen Klappkarton. Die Installation unter Windows funktioniert einwandfrei und fehlerlos und benötigt ca 140 MB auf der Festplatte. Erstmalig in der Reihe wird ein Systemcheck durchgeführt (ähnlich dem Systemcheck bei der Installation von Sierra-Spielen), bei dem geprüft wird, ob die Systemvoraussetzungen vorhanden sind. Einmalig zu Beginn muß der Spieler/die Spielerin eine von zwei Schwierigkeitsstufen wählen - Junior oder Senior Detective. Das Spiel hat in beiden Schwierigkeitsstufen die gleiche Handlung, nur einige Rätsel sind bei der Senior-Stufe komplizierter und man bekommt dort weniger Hinweise auf die richtige Lösung.

Der Bildschirm ist während des Spiels - wie in den ersten drei Teilen - in 3 Fenster aufgeteilt. Die obere Hälfte zeigt die Umgebung, in der sich Nancy befindet. Rechts unten ist das scrollbare Inventar und links danaben der Platz für die Anzeige der Dialoge und Auswahlantworten. Der Knopf oben links führt zum Hauptmenü, oben rechts erhält man Hilfestellung zum Handling.

Menü/Handling

Das Hauptmenü besteht aus einem Stapel Bücher in der Rückenansicht. Hier gibt es neben den bekannten Möglichkeiten, wie Speichern, Laden und Einstellungen ein zusätzliches, sehr brauchbares Feature: die zweite Chance! Sollte man einen schlimmen Fehler begangen haben, so daß man aus dem Haus verbannt wird, kann man sich damit an eine Stelle kurz vorher versetzen lassen.

Treasure in the Royal Tower wird aus der 1st-Person-Perspektive (Ich-Perpektive) gespielt und mit der Maus gesteuert. Der Cursor in Form einer Lupe wechselt zu einem Pfeil, wenn man sich dem Anzeige-Rand nähert. Klickt man dann mit der linken Maustaste, scrollt der Bildschirm in Stufen in die gewünschte Richtung. So kann man an allen Orten eine 360 Grad-Wendung machen. Der Cursor-Wechsel zur Pfeilansicht ist eine Verbesserung gegenüber den ersten beiden Spielen (hier wechselte nur die Farbe der Lupe zu Blau).

Nimmt der Cursor eine rote Farbe an, kann ein Klick eine Bewegung in diese Richtung oder eine Vergrößerung der dargestellten Objekte bewirken. Ebenso könnten Aktionen, wie z. B. Öffnen oder Objekte nehmen folgen oder man kann so mit einer Person einen Dialog beginnen.  Objekte aus dem Inventar wählt man durch einen Klick aus. Im Handlungsbereich verwandelt sich dann der Cursor in die Form des Objekts und man kann es wiederum durch einen einfachen Linksklick anwenden.

Es gab keine technischen oder Handhabungsprobleme, jedoch würde ich mir mehr als 7 Savegames wünschen.

Grafik

Hintergrundgrafik, Objekte und Personen sind ausgezeichnet und entsprechen der Qualität des 3. Teils. Die wenigen Animationen sind perfekt. Die Darstellung unserer Gesprächspartner, in diesem Spiel sind es nur vier, haben eine ausgesprochen passende Gestik und Mimik und wirken lebensecht. Dabei wird der Text, der gleichzeitig im unteren Dialogfenster erscheint, sehr lippensynchron gesprochen. Die Stimmen von Nancy und ihren Gesprächspartnern klingen recht professionell und sind deutlich, auch für deutsche Zuhörer verständlich. Trotzdem kann man sich immer im unteren Textbereich über die Inhalte der Dialoge informieren.

Die Geschichte spielt hauptsächlich in den Räumen des Burghotels. Diesmal jedoch gibt es auch einige Außenlocations im Gegensatz zu den ersten 3 Spielen. Im Laufe des Spiels wird Nancy immer mehr Räume betreten können und auch einige Geheimzimmer und -Gänge entdecken. Alle Räume sind mit Liebe zum Detail gestaltet.

Die sparsame Musikuntermalung und dezente Geräuschkulisse, wie z.B. das Knirschen des Schnees unter den Schuhen, unterstützen die mysteriös-spannende Atmosphäre des Spiels.

Rätsel

Neben einer Zahl von Verschlüsselungs-/Entschlüsselungsrätseln kommt es hauptsächlich darauf an, den Aussagen in den Dialogen zu folgen und Objekte zu finden und anzuwenden oder zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Da man sich kaum alle Hinweise merken kann, wird man eine Menge notieren müssen. Diesmal gibt es kein Labyrinth aber dafür muß man viele lange Wege in Kauf nehmen. Dabei muß man z. B. mehrmals eine Tür mit einem Verschlüsselungsmechanismus überwinden. Das Rätsel ist jedesmal anders und muß erneut gelöst werden. Es gibt noch andere mechanische Rätsel, ein ganz besonders Brettspiel und ein Bildanordnungsrätsel.

Auch diesmal gibt es zeitabhängige Rätsel. Die Zeit ist nicht zu knapp bemessen, allerdings wird man diese Rätsel nicht im ersten Durchgang bewältigen. Während Nancy bei einem Rätsel nur erwischt wird kann sie bei einem anderen zeitorientierten Rätsel auch tätsächlich sterben. Aber man kann dann die "Zweite Chance" nutzen und es wieder versuchen. Es ist wichtig, zu welcher Zeit man versucht, mit Personen zu sprechen oder ein Zimmer zu betreten. Man kann in diesem Spiel an einem Radiowecker in Nancys Zimmer die passende Zeit einstellen.

Hilfe bekommt man auch wieder telefonisch durch einige Freunde, wenn man nicht mehr weiterwissen sollte.

Es ist möglich, die Rätsel in unterschiedlicher Reihenfolge zu lösen. Aber diesmal gibt es dadurch kaum Sackgassen. Wer die ersten drei Teile gespielt hat, wird hier sicher einen Vorteil haben, da die Vorgehensweise beim Lösen doch sehr ähnlich ist.

Wieder ein spannender Fall, mit ausgezeichneter Grafik und Atmosphäre, allerdings weniger Rätseln. Wieder ein Adventure für alle, die Freude an akribischer Detektivarbeit haben. Zwar haben wir hier einen neuen Fall in neuer Umgebung aber das Spielmuster bleibt das gleiche, wie in den ersten drei Teilen. Wegen der fehlenden Originalität und der geringeren Spieldauer:

Gesamtwertung: 72%

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95/98/ME/XP
  • Pentium 166 Mhz (P200 empfohlen)
  • 16 MB RAM
  • 16 bit DirectX-kompatible Farbgrafikkarte
  • 16 bit DirectX-kompatible Soundkarte
  • 8fach CDROM-Laufwerk
  • DirectX 7.0 kompatibel

gespielt mit:

  • Windows 95
  • PII 233 MHz
  • 64 MB RAM
  • 4 MB Grafikkarte
  • 16bit Soundkarte
  • 24x CDROM-Laufwerk

Lisa weiß über vieles Bescheid
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Wozu braucht Lisa falsche Papiere?
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Die Bibliothek wurde von irgendjemandem verwüstet
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Diesmal geht es auch hinaus in die bitterkalte Schneelandschaft
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Einige Mechanismen müssen richtig bedient werden
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Hat Nancy hier etwas Wichtiges gefunden?
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Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 27. Juni 2002

 

 

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