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Nancy Drew 5 - The Final Scene 


Erscheinungsdatum: 11/2001
Entwickler: Her Interactive
Publisher: Dreamcatcher Interactive

Lösung englisch
Boxshots
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Ein Review von slydos   08. Juli 2002

"Nancy Drew - The Final Screne" ist das fünfte Adventure von Her Interactive nach der erfolgreichen Buchreihe. Es ist wieder speziell als Adventure für Mädchen im Teenageralter ab 11 Jahren gedacht. Die junge Meisterdetektivin Nancy ist diesmal in St. Louis und begleitet ihre Freundin Maya Nguyen zum Royal Palladium Theatre. Das historische Palladium steht kurz vor dem Abriß, soll aber noch ein letztes Mal die Kulisse für eine Premiere von "Vanishing Destiny" sein, dem neuesten Streifen von Herzensbrecher Brady Armstrong. Maya ist Redakteurin einer High School Schülerzeitschrift und will Brady interviewen.

Nancy hat sich kaum von ihrer Freundin am Bühneneingang verabschiedet, da hört sie einen Schrei! Aber so schnell sie auch hinterherläuft, Maya ist nicht mehr da! Nancy steht etwas ratlos in der Garderobe von Brady herum, da klingelt das Haustelefon. Eine nicht zu identifizierende Stimme erklärt Nancy, daß Maya entführt wurde und man sie nur retten könne, wenn man den Abriß des Palladium Theaters verhindern würde!

Ein fulminanter Auftakt dieses wohl spannendsten Nancy Drew-Adventures bis heute.

 

 


 

Nancy's Freundin  will eine Reportage schreiben
Nancy's Freundin  will eine Reportage schreiben

Zusätzlich zum Spiel, das auf 1 CDROM (es gibt nur die US-Version) mit  Anleitung in einen stabilen, aufwendigen Klappkarton geliefert wird, gibt es als Dreingabe das Taschenbuch "Nancy Drew - The Case of the Lost Song", die Nr. 162 der Buchserie. Wo bekommt man heute schon mal so eine nette Zugabe!

Die Installation unter Windows funktioniert einwandfrei und fehlerlos und benötigt ca 150 MB auf der Festplatte. Zum zweiten Mal gibt's (nach "Treasure in the Royal Tower" vorher einen Systemcheck (ähnlich dem Systemcheck bei der Installation von Sierra-Spielen), bei dem geprüft wird, ob die Systemvoraussetzungen vorhanden sind. Einmalig zu Beginn muß der Spieler/die Spielerin eine von zwei Schwierigkeitsstufen wählen - Junior oder Senior Detective. Das Spiel hat in beiden Schwierigkeitsstufen die gleiche Handlung, nur einige Rätsel sind bei der Senior-Stufe komplizierter und man bekommt dort weniger Hinweise auf die richtige Lösung.

Der Bildschirm ist während des Spiels - wie in allen anderen Teilen der Serie - in 3 Fenster aufgeteilt. Die obere Hälfte zeigt die Umgebung, in der sich Nancy befindet. Rechts unten ist das scrollbare Inventar und links danaben der Platz für die Anzeige der Dialoge und Auswahlantworten. Der Knopf oben links führt zum Hauptmenü, oben rechts erhält man Hilfestellung zum Handling.

Menü/Handling

Das Hauptmenü besteht wie immer aus einem Stapel Bücher in der Rückenansicht. Hier gibt es neben den bekannten Möglichkeiten, wie Speichern, Laden und Einstellungen ein zusätzliches, sehr brauchbares Feature: die zweite Chance! Sollte man einen schlimmen Fehler begangen haben, so daß man aus dem Haus verbannt wird, kann man sich damit an eine Stelle kurz vorher versetzen lassen.

Auch "The Final Scene" wird aus der 1st-Person-Perspektive (Ich-Perpektive) gespielt und mit der Maus gesteuert. Die bewährte und angenehme Steuerung ist nicht verändert worden: Der Cursor in Form einer Lupe wechselt zu einem Pfeil, wenn man sich dem Anzeige-Rand nähert. Klickt man dann mit der linken Maustaste, scrollt der Bildschirm in Stufen in die gewünschte Richtung. So kann man an allen Orten eine 360 Grad-Wendung machen.

Nimmt der Cursor eine rote Farbe an, kann ein Klick eine Bewegung in diese Richtung oder eine Vergrößerung der dargestellten Objekte bewirken. Ebenso könnten Aktionen, wie z. B. Öffnen oder Objekte nehmen folgen oder man kann so mit einer Person einen Dialog beginnen.  Objekte aus dem Inventar wählt man durch einen Klick aus. Im Handlungsbereich verwandelt sich dann der Cursor in die Form des Objekts und man kann es wiederum durch einen einfachen Linksklick anwenden.

Es gab keine technischen oder Handhabungsprobleme, jedoch würde ich mir, wie zuvor, mehr als 7 Savegames wünschen.

Grafik

Hintergrundgrafik, Objekte und Personen sind ausgezeichnet und sind vielleicht noch einen Tick besser als Teil 4. Die wenigen Animationen sind perfekt. Die Darstellung unserer Gesprächspartner, in diesem Spiel sind es nur vier, mit denen wir von Angesicht zu Angesicht reden können, haben eine ausgesprochen passende Gestik und Mimik und wirken sehr lebensecht. Dabei wird der Text, der gleichzeitig im unteren Dialogfenster erscheint, sehr lippensynchron gesprochen. Die Stimmen von Nancy und ihren Gesprächspartnern klingen recht professionell und sind deutlich, auch für deutsche Zuhörer verständlich. Trotzdem kann man sich immer im unteren Textbereich über die Inhalte der Dialoge informieren.

Die Geschichte spielt ausschließlich in den Räumen des geschichtsträchtigen Palladium Theaters, das einst sogar Bühne für den großen Harry Houdini war, heute jedoch nur noch als Kino Verwendung findet. Im Laufe des Spiels, daß sich diesmal über 3 Tage erstreckt, wird Nancy immer mehr Räume betreten können und auch einige Geheimzimmer und -Gänge entdecken. Alle Räume sind mit großer Liebe zum Detail gestaltet und eine Augenweide.

Die sparsame Musikuntermalung und dezente Geräuschkulisse, wie z.B. das Knarren der alten Dielen unterstützen die mysteriös-spannende Atmosphäre des Spiels.

Rätsel

Diesmal gibt es weniger Verschlüsselungs-/Entschlüsselungsrätsel und mehr inventar-/objektbasierende Rätsel. Daneben kommt es hauptsächlich darauf an, den Aussagen in den Dialogen zu folgen. Diesmal ist es auch nicht nötig, sich außer einer Reihe von Telfonnummern und einigen anderen Hinweisen selbst sehr viel zu notieren.

Sehr gefallen hat mir diesmal, daß Her Interactive die Zeiteinstellungen weggelassen hat. Es gehörte sonst zur normalen Rätselkost bei Nancy Drew, die Uhr selbst etwas vorzustellen, um gewisse Ereignisse auszulösen. Hier kam es manchmal zu frustrierenden Momenten, da es da einige aufwendige Try-and-Error-Phasen gab.

Auch diesmal gibt es ein zeitabhängiges Rätsel und zwar zum absolut spannenden Schluß. Die Zeit ist nicht zu knapp bemessen, allerdings wird man dieses Rätsel nicht im ersten Durchgang bewältigen. Aber man kann dann die "Zweite Chance" nutzen und es wieder versuchen.

Ich fand die Rätsel in diesem neuen Nancy-Drew-Spiel abwechslungsreicher, allerdings linearer und dadurch auch einfacher. Sie sind sehr in die Story integriert. Natürlich muß man auch hier bestimmte Schlüssel finden, aber schon ein guter Einfall dazu eine alte Schlüsselprägemaschine zu verwenden, wo man mit seinem grafischen Gedächtnis einen vierteiligen Schlüsselbart nachformen muß.

Hilfe bekommt Nancy auch diesmal wieder telefonisch durch ihre Freunde, wenn sie nicht mehr weiterwissen sollte.

Wieder geht es darum, unter den vier Verdächtigen den wahren Täter zu finden, daneben gilt es aber auch, das Leben der Freundin zu retten und die Wahrheit über einige im Nebel der Vergangenheit versunkenen Vorgänge herauszufinden. Während man versucht, die verschiedenen Motive zu sichten und Beweise zu sammeln, erfährt man etwas über die Tricks des großen Magiers Houdini und lernt auch nebenbei sogar ein paar Kartentricks. Das alles in dem mit Samt und Stuck verzierten, etwas trödelig-staubigen Theater, wo jedes Bild eine eigene Geschichte erzählt.

Wieder ein spannender Fall, mit ausgezeichneter Grafik und Atmosphäre und einem sehr spannenden Endgame.

Gesamtwertung: 78%

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95/98/ME/XP
  • Pentium 166 Mhz
  • 16 MB RAM
  • 150 MB freier Festplattenplatz
  • 16 bit DirectX 7.0-kompatible Farbgrafikkarte
  • 16 bit DirectX 7.0-kompatible Soundkarte
  • 8fach CDROM-Laufwerk

gespielt mit:

  • Windows 95
  • PII 233 MHz
  • 64 MB RAM
  • 4 MB Grafikkarte
  • 16bit Soundkarte
  • 24x CDROM-Laufwerk

 

 

Über das Haustelefon erfährt Nancy, daß Maya entführt wurde
Über das Haustelefon erfährt Nancy, daß Maya entführt wurde

Macht Brady uns etwas vor?
Macht Brady uns etwas vor?

Die Lobby des Palladium Theaters
Die Lobby des Palladium Theaters

Houdinis Tricks
Houdinis Tricks

Hier war Maya eine zeitlang untergebracht!
Hier war Maya eine zeitlang untergebracht!

Auch James, der Vorführer, ist verdächtig
Auch James, der Vorführer, ist verdächtig

Ein einfaches Schieberätsel
Ein einfaches Schieberätsel

Was ein Zauberer so alles braucht
Was ein Zauberer so alles braucht

Hier kann man Zaubertricks lernen
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Hat Bradys Agentin alles eingefädelt?
Hat Bradys Agentin alles eingefädelt?

Die Abrißbirne wartet auf ihren Einsatz
Die Abrißbirne wartet auf ihren Einsatz

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Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 08. Juli 2002

 

 

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