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Nancy Drew 6 - Secret of the Scarlet Hand 


Erscheinungsdatum: 08/2002
Entwickler: Her Interactive
Publisher: Infogrames


Lösung englisch
Boxshots
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Ein Review von slydos   23. Oktober 2002

 

"Nancy Drew - Secret of the Scarlet Hand" ist das 6. Adventure von Her Interactive nach der erfolgreichen Buchreihe. Zielgruppe sind speziell Mädchen im Teenageralter ab 11 Jahren. Die junge Meisterdetektivin Nancy ist diesmal in Washington D.C. und nutzt die Zeit zwischen 2 Fällen um ein Praktikum im Beech Hill Museum für Maya Kultur zu machen. Aber auch hier wird sie vom Verbrechen eingeholt. Sie kommt einer Reihe von mysteriösen Diebstählen von Maya-Artefakten auf die Spur. Einziger Anhaltspunkt und Verbindung der Fälle ist ein Handabdruck mit roter Farbe.

nancy6review15.jpg (16950 Byte)

 

 

Nancy ist hier kurz als Schatten zu sehen
Nancy ist hier kurz als Schatten zu sehen

 

Geändert hat sich ab dieser Folge der Publisher - es ist nun Infogrames. Ebenfalls hat sich die Verpackungsgröße geändert, zwar gibt es immer noch einen aufwendig gestalteten Klappkarton, aber diesmal nur noch halb so groß wie gewohnt. Man kann davon ausgehen, daß Infogrames nicht nur bei diesem Teil auf solch nette Dreingaben, wie z. B. ein Taschenbuch bei Teil 5 verzichten wird.

Nach einem Systemcheck, bei dem geprüft wird, ob die Systemvoraussetzungen vorhanden sind, erfolgt die Installation unter Windows einwandfrei und fehlerlos und benötigt ca. 160 MB auf der Festplatte. Einmalig zu Beginn muß der Spieler/die Spielerin eine von zwei Schwierigkeitsstufen wählen - Junior oder Senior Detective. Das Spiel hat in beiden Schwierigkeitsstufen die gleiche Handlung, nur einige Rätsel sind bei der Senior-Stufe komplizierter und man bekommt dort weniger Hinweise auf die richtige Lösung.

Der Bildschirm ist während des Spiels - wie in allen anderen Teilen der Serie - in 3 Fenster aufgeteilt. Die obere Hälfte zeigt die Umgebung, in der sich Nancy befindet. Rechts unten ist das scrollbare Inventar und links daneben der Platz für die Anzeige der Dialoge und Auswahlantworten. Der Knopf oben links führt zum Hauptmenü, oben rechts erhält man Hilfestellung zum Handling.

 

Menü/Handling

Das Hauptmenü besteht wie immer aus einem Stapel Bücher in der Rückenansicht. Hier gibt es neben den bekannten Möglichkeiten, wie Speichern, Laden und Einstellungen ein zusätzliches, sehr brauchbares Feature: die zweite Chance!

Auch "Secret of the Scarlet Hand" wird aus der 1st-Person-Perspektive (Ich-Perpektive) gespielt und mit der Maus gesteuert. Die bewährte und angenehme Steuerung ist allerdings etwas verändert worden: Während man sich in den Vorgängerspielen nur über den Pfeilcursor per Klicks in der 360-Grad-Panoramaansicht drehen konnte, gibt es jetzt an vielen Stellen zusätzlich die Möglichkeit, nur durch eine Mausbewegung zum Bildrand nach links und rechts zu scrollen. Ebenso kann man auch um das Hauptobjekt, einen schweren Maya-Megalithen herumscrollen. Allerdings ist das etwas gewöhnungsbedürftig, weil man oft auch ungewollt dadurch die Perspektive ändert.

Der Cursor hat sonst wie gehabt die Form einer Lupe. Nimmt der Cursor eine rote Farbe an, kann ein Klick eine Bewegung in diese Richtung oder eine Vergrößerung der dargestellten Objekte bewirken. Ebenso könnten Aktionen, wie z. B. Öffnen oder Objekte nehmen folgen oder man kann so mit einer Person einen Dialog beginnen. Objekte aus dem Inventar wählt man durch einen Klick aus. Im Handlungsbereich verwandelt sich dann der Cursor in die Form des Objekts und man kann es wiederum durch einen einfachen Linksklick anwenden.

Es gab keine technischen Probleme, jedoch würde ich mir, wie zuvor, mehr als 7 Savegames wünschen.

 

Grafik

Die Hintergrundgrafik ist in diesem Nancy Drew-Spiel zwar gut aber nicht so brilliant, wie in den vorherigen Spielen. Dafür sind Objekte und Personen, speziell die Kuratorin des Museums, nochmals gegenüber den Vorgängern in der Krimireihe verbessert worden. Die wenigen Animationen sind perfekt. Die Darstellung der anderen Charaktere, in diesem Spiel sind es nur vier, mit denen wir von Angesicht zu Angesicht reden können, haben eine ausgesprochen passende Gestik und Mimik und wirken sehr lebensecht. Auch eine Änderung: während der Gespräche wird der Text, der gleichzeitig im unteren Dialogfenster erscheint, nicht mehr ganz so perfekt lippensynchron gesprochen wie man es sonst kannte. Die Stimmen von Nancy und ihren Gesprächspartnern, auch der vielen telefonischen, klingen jedoch recht professionell und sind deutlich, auch für deutsche Zuhörer verständlich. Trotzdem kann man sich immer im unteren Textbereich über die Inhalte der Dialoge informieren.

In "Secret of the Scarlet Hand" ist man nicht nur auf den Museumsbau mit eingebautem tropischen Garten und Pyramide beschränkt, sondern kann diesmal per U-Bahnfahrplan noch 4 andere Locations in Washington besuchen.

Diesmal ist Nancy auch erstmals, wenn auch nur als Schatten, selber im Bild zu sehen.

 

Rätsel

In "Secret of the Scarlet Hand" sind die Rätsel wesentlich umfangreicher als in den vorhergehenden Folgen. Es gibt eine Menge wissensbasierende Rätsel und sogar mehrere Quizspiele, Minispiele wie Bul, ein Labyrinth, Kugeln werfen, Codieraufgaben (z. B. Morsealphabet, Maya-Glyphen etc.), Entschlüsselungsrätsel, dafür aber weniger inventar-/objektbasierende Rätsel. Daneben kommt es hauptsächlich darauf an, den Aussagen in den Dialogen zu folgen.

In "Secret of the Scarlet Hand" ist man im Gegensatz zu Teil 5 wieder darauf zurückgekommen, daß der Spieler/die Spielerin sehr viele Informationen selbst notieren muß. Einen Teil Ihrer Aufgaben notiert Nancy diesmal in ihrem Laptop im Hotel. Allerdings muß man zum Abruf immer wieder dorthin zurückkehren, wie man auch bei vielen der Wissensaufgaben oft an bestimmte Orte im Museum zurückkehren muß, um die Antworten zu suchen. Auch die Quizaufgaben erfordern ein hohes Maß an Lauf-Ausdauer. Man weiß zwar, daß die Antwort irgendwo da unten liegt, aber das Hin-und Hergerenne ist nervig. Es hätte eigentlich genügt, 1 x Quiz zu spielen oder das ganze als Option anzubieten, beim 2. oder 3. Mal scheint es sich schon um eine Spielverlängerungsmethode zu handeln, genau wie bei den Minispielen, die eigentlich nicht so wirklich in die Museumsumgebung passen.

Ebenfalls im Gegensatz zu "The Final Scene" wurde wieder die Zeiteinstellung per Wecker im Hotelzimmer eingeführt - ich hoffte schon, daß es ein- für allemal weggelassen worden wäre! Es gehört zur Rätselkost bei Nancy Drew, die Uhr selbst etwas vorzustellen, um gewisse Ereignisse auszulösen.

Auch diesmal gibt es zum Schluß ein zeitabhängiges Rätsel. Die Zeit ist nicht zu knapp bemessen, allerdings wird man dieses Rätsel nicht im ersten Durchgang bewältigen. Aber man kann dann die "Zweite Chance" nutzen und es wieder versuchen.

Ich fand die Rätsel in dieser Nancy-Drew-Folge nicht mehr so einfallsreich und interessant. Schlüssel oder Codes finden und anwenden ist nicht das Neueste. Das Ganze ist insgesamt mehr ein Lernadventure über die Mayas und andere Themen als ein wirklich spannender Detektivfall . Es hat wesentlich mehr Lernelemente z. B. als das als Edutainment-Adventure deklarierte "Brand im Hafen" (siehe Adventure-Archiv Review).

Wieder geht es darum, unter den vier Verdächtigen den wahren Täter zu finden. Warum aber der Täter die rote Hand als Zeichen abgelegt hat, kam nicht klar heraus. Diesmal gab's zu wenig Spannung und zuviel zeitfüllendes Laufen. Hoffen wir, daß der nächste Titel, der im November unter dem Namen "Ghost Dogs of Moon Lake" erscheint, wieder mehr Kurzweil und Spannung bringen wird. Das kommende Geisterthema läßt es jedenfalls vermuten.

 

Gesamtwertung: 72%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 95/98/ME/2000/XP
  • Pentium 200 Mhz
  • 16 MB RAM
  • 160 MB freier Festplattenplatz
  • 16 bit Farbgrafikkarte
  • 16 bit Windows-kompatible Stereo-Soundkarte
  • 8fach CDROM-Laufwerk
  • Maus und Lautsprecher

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

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Die Kuratorin des Museums
Die Kuratorin des Museums

Nancy auf der Suche nach Dokumenten
Nancy auf der Suche nach Dokumenten

Das Beech Hill Museum
Das Beech Hill Museum

Per U-Bahn gelangt man an die anderen Schauplätze
Per U-Bahn gelangt man an die anderen Schauplätze

Sogar eine Maya-Pyramide wurde im Museum errichtet
Sogar eine Maya-Pyramide wurde im Museum errichtet

Alle Hinweistafeln im Museum sollte man genauestens studieren
Alle Hinweistafeln im Museum sollte man genauestens studieren

Das Lager des Museums
Das Lager des Museums

Nancy muß diesmal auch ein Funkgerät bedienen
Nancy muß diesmal auch ein Funkgerät bedienen

Nur ein roter Handabdruck bleibt in der Vitrine nach dem Diebstahl zurück
Nur ein roter Handabdruck bleibt in der Vitrine nach dem Diebstahl zurück

Sinclair ist ein Kunstexperte
Sinclair ist ein Kunstexperte

Nancy muß diesmal oft telefonieren - and das am besten zur richtigen Uhrzeit
Nancy muß diesmal oft telefonieren - und das am besten zur richtigen Uhrzeit

 

Mehr Screenshots

 

 

Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 23. Oktober 2002

 

 

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