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Nancy Drew 9 - Danger on Deception Island 


Erscheinungsdatum: 10/2003
Entwickler: Her Interactive
Publisher: Infogrames


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Ein Review von slydos   14. Januar 2004

 

"Nancy Drew - Danger on Deception Island" ist das 9. Adventure von Her Interactive nach der erfolgreichen Buchreihe. Zielgruppe sind speziell Mädchen im Teenageralter ab 10 Jahren.

Eigentlich will die junge Meisterdetektivin Nancy Urlaub machen auf Deception Island, einer Insel der San Juan-Islands im Nordwestpazifik. Sie hat eine Koje auf Katie Firestones Whale-Watching-Boot gemietet auf Vermittlung ihrer Freunde Bess und George, aber die Marine-Biologin Katie kann nicht auslaufen, da ihr Boot von Unbekannten übel zugerichtet wurde. Das ist nur der erste einer Reihe von unangenehmen Zwischenfällen. Ist der Ärger in Snake Horse Harbor irgendwie mit dem Auftauchen eines verwaisten Orcas im nahegelegenen Kanal verbunden? Oder gibt es eine noch schlimmere Bedrohung, die sich im heraufziehenden Nebel verbirgt? Natürlich wieder ein Fall für Nancy Drew, die sich diesmal per Fahrrad und Kajak in der Gegend umschaut ....

 

 

nancy9review001.jpg (47780 Byte)

 

 


Snake Horse Harbor



Installation/Start

Es ist das 4. Adventure der Reihe vom Publisher Infogrames. Wie die Vorgänger, kommt das Spiel wieder auf 1 CD in einer Mini-Klappbox. Nach einem Systemcheck, erfolgt die Installation unter Windows XP einwandfrei und fehlerlos und benötigt minimal 200 MB, maximal 550 MB auf der Festplatte.

Einmalig zu Beginn muß der Spieler/die Spielerin eine von zwei Schwierigkeitsstufen wählen - Junior oder Senior Detective. Das Spiel hat in beiden Schwierigkeitsstufen die gleiche Handlung, nur einige Rätsel sind im Senior-Level komplizierter und man bekommt dort weniger Hinweise auf die richtige Lösung.

Der Bildschirm ist während des Spiels - wie in allen anderen Teilen der Serie - in 3 Fenster aufgeteilt. Die obere Hälfte zeigt die Umgebung, in der sich Nancy befindet. Rechts unten ist das scrollbare Inventar und links daneben der Platz für die Anzeige der Dialoge und Auswahlantworten. Der Knopf oben links führt zum Hauptmenü, oben rechts erhält man Hilfestellung zum Handling.

Zum Start und auch immer beim Aufruf des Hauptmenüs hören wir die altbekannte Nancy-Drew-Titelmusik. Nancy schreibt, wie üblich zu Beginn jedes Spiels, einen Brief nach Hause und erzählt von ihren Erlebnissen.

 

Menü/Handling

Das Hauptmenü besteht wie immer aus einem Stapel Bücher in der Rückenansicht. Hier gibt es neben den bekannten Möglichkeiten, wie Speichern, Laden und Einstellungen ein zusätzliches, sehr brauchbares Feature: die zweite Chance!

Auch "Deception Island" wird aus der 1st-Person-Perspektive (Ich-Perpektive) gespielt und mit der Maus gesteuert. Wie im Vorgänger gibt es in dieser Folge auch wieder an bestimmten Stellen im Spiel die Möglichkeit des Side-Scrollings nur durch eine Mausbewegung zum Bildrand nach links und rechts.

Beim Cursor gibt's diesmal eine Veränderung: ein Handcursor wurde neu eingeführt, mit dem man Objekte manipulieren kann.

Der Cursor hat sonst wie gehabt die Form einer Lupe. Nimmt er eine rote Farbe an, kann ein Klick eine Bewegung in diese Richtung oder eine Vergrößerung der dargestellten Objekte bewirken. Ebenso könnten Aktionen, wie z. B. Öffnen oder Objekte nehmen folgen oder man kann so mit einer Person einen Dialog beginnen. Objekte aus dem Inventar wählt man durch einen Klick aus. Im Handlungsbereich verwandelt sich dann der Cursor in die Form des Objekts und man kann es wiederum durch einen einfachen Linksklick anwenden.

Es gibt bei diesem Spiel kein lästiges Überschreiben alter Savegames mehr! Das zuletzt gespeicherte Spiel ist immer an erster Stelle zu finden. Ebenfalls eingeführt im 8. Teil und beibehalten: Nancys Laptop und ihr Handy. Im Laptop hat Nancy Zugang zu ihren Emails, zu einer Internet-Suchmaschine und ihrem Tagebuch. Neu diesmal die Benutzung eines GPS (Global Position System), das uns nicht nur immer die aktuelle Position anzeigt, sondern auch in einige Rätsel integriert wurde.

Einige Inventargegenstände sind mit einem Auge-Icon versehen und können immer wieder angeschaut werden. Das ist ebenfalls sehr hilfreich, man ist selten gezwungen, sich Informationen aufzuschreiben oder zu zeichnen.

Es gibt auch diesmal keinen Zeitfaktor, man muß nicht schlafen gehen oder die Uhr umstellen.

 

Grafik/Sound

Die Grafik in "Danger on Deception Island" entspricht der Qualität der Vorgänger. Es gibt allerdings mehr Animationen, besonders gut gemacht der Auftaktfilm mit Katie auf ihrem Weg zu Boot und Nancy, die ihr über die Planken ein wenig holprig folgt. Auch wenn wir diesmal wieder einige Außenlocations dabei haben, so wirkt auch dieses Spiel, wie jedes seiner Vorgänger, durch die begrenzten Schauplätze und das kleine Ensemble immer wie ein Kammerspiel.

Die muntere irische Fokloremusik wird ziemlich häufig eingesetzt und nervt auf die Dauer ein wenig.

Die Darstellung der anderen Charaktere - und damit auch der Verdächtigen - in diesem Spiel sind es wieder vier, mit denen wir von Angesicht zu Angesicht reden können - haben eine ausgesprochen passende Gestik und Mimik und wirken sehr lebensecht. Die Lippensynchronität ist ausgezeichnet. Immer, wenn wir mit der Maus über eine Person fahren, dreht sie sich geschmeidig zu uns um und erwartet unsere Fragen. Falls wir sie doch nicht anklicken wollen, dreht sie sich wieder weg und geht ihrer Tätigkeit nach.

Die Stimmen von Nancy und ihren Gesprächspartnern, auch der vielen telefonischen, klingen wie immer recht professionell und sind deutlich, auch für deutsche Zuhörer verständlich, selbst wenn die Holzsachverständige einen slawischen Akzent spricht. Trotzdem kann man sich immer im unteren Textbereich über die Inhalte der Dialoge informieren.

Rätsel

Im Gegensatz zum direkten Vorgänger "Haunted Carousel" sind die Rätsel diesmal wieder umfangreicher und bieten eine sehr breite Palette. Nicht zuletzt durch einen Ingame-Hinweis wird man an "The Scarlet Hand" erinnert, auch diesmal gibt es einige Wissensrätsel, die aber so vielfältige Themengebiete betreffen, und so gut ins Spiel integriert sind, daß sie wirklich Spaß machen. Man lernt nebenbei eine Menge über Wale, über den Umgang mit Sextanten und Navigation, Seemannsprache und Seemannsknoten und lernt eine weibliche von einer männlichen Krabbe zu unterscheiden.

Es gibt objekt-/inventarbasierende Rätsel, Dialogrätsel, Ent- und Verschlüsselungsrätsel, 1 oder 2 leichte Arcadespiele, ein Memoryspiel über 3 Ebenen, Wal-Laute muß man sich merken, Morse- und Flaggencodes, ein Anagrammrätsel, ein Schachrätsel, Pokerkenntnisse werden abgefragt und Nancy muß sogar eine kleine Sprungeinlage meistern und sich auch mal vor den Bösen verstecken. Diesmal ist keine zeitabhängige Sequenz dabei, dafür kann Nancy sich diesmal sehr häufig verletzen oder sogar getötet werden, was jeweils zum Game-Over führt. In diesen Fällen hilft allerdings die "Second Chance", so daß man keine langen Spielphasen wiederholen muß.

Anders als z. B. im Spiel "Informaticus", bei dem ich die Morseaufgabe nur per Savegame bewältigen konnte, wird man bei Nancy Drew nicht frustriert. Die gewünschten Morsezeichen werden in ein Gerät eingegeben, das den Code automatisch sendet. Auch ein Verschieberätsel ist dabei, das man aber nur dann bewältigen muß, wenn man an anderer Stelle nicht genau aufgepaßt hat. Wir müssen Rohre und ein Skelett zusammensetzen und können uns und andere vergiften, wenn wir unser Sandwich mit verdorbenen oder unbrauchbaren Zutaten belegen.

Was mich bei Nancy Drew-Rätseln auch diesmal wieder fasziniert hat, ist der hohe Lerneffekt und die Wirklichkeitsnähe in der Ausführung der Aufgaben. Um an eine festhängende Flaschenpost heranzukommen, sammeln wir einige Steine und lassen sie mit der richtigen Kraft und dem richtigen Winkel übers Wasser hüpfen - und Pling, haben wir sie freigelegt! 

Sehr wichtig ist es ebenfalls, den Aussagen in den Dialogen zu folgen. Aufgaben und Informationen schreibt Nancy diesmal in ihrem Laptop automatisch auf. Zum Abruf der Infos muß man allerdings immer wieder aufs Boot zurück. Außerdem kann Nancy wie immer ihre Freunde telefonisch um Rat fragen.

 

Fazit

"Danger on Deception Island" ist ganz sicher das spannendste  Nancy-Drew-Spiel bis jetzt, das die überraschende Auflösung wirklich bis zum allerletzten Moment zurückhält. Wie immer sind alle verdächtig, sogar die Auftraggeberin. Die vielfältigen Rätsel sind immer logisch nachvollziehbar und gut in die komplexe Geschichte integriert. Man wird ca. 16-18 Stunden im Senior-Mode unterhalten und lernt einfach so nebenbei mehr als in vielen als Lernspiel deklarierten Adventures. Das nächste Nancy-Drew-Adventure ist bereits in Produktion mit "Secret of the Shadow Ranch". Wir werden noch ca. ein halbes Jahr bis zur Veröffentlichung dieses 10. Teils warten müssen.

 

Gesamtwertung: 80%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Systemvoraussetzungen:

  • Windows 98/ME/2000/XP
  • Pentium 200 Mhz
  • 16 MB RAM
  • 200 MB freier Festplattenplatz
  • 16 bit Farbgrafikkarte
  • 16 bit Windows-kompatible Stereo-Soundkarte
  • 8fach CDROM-Laufwerk
  • Maus und Lautsprecher

gespielt mit:

  • Windows XP
  • P IV 1,6 GHz
  • 512 MB RAM
  • 16x DVD-ROM (Artec WRA-A40)
  • nVidia GeForce 2MX400 64 MB Grafikkarte
  • Soundkarte DirectX-kompatibel

 

 

 

 

 

 

Katie scheint einige Feinde zu haben
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Ein Orca treibt sich in der Nähe von Deception Island herun
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Copyright © slydos für Adventure-Archiv, 14. Januar 2004

 

 

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